Tierarzt statt Geburtstagsparty

Ihr habt euch sicherlich schon gewundert, weil ich nach Nielssons Geburtstag nicht mehr gebloggt und eure Kommentare nicht beantwortet habe.

Ich möchte mich erst einmal für die Geburtstagsgeschenke von Veronika und Kerstin & Uwe bedankten. Habt vielen Dank Ihr Lieben. Durch die Aufregung kommt das ein bisschen verspätet, ich hoffe Ihr seid nicht böse.

Nielsson jagte uns an seinem Geburtstag einen ganz schönen Schreck ein. Plötzlich, regelrecht von einer Sekunde auf die andere, hatte der Wallach starke Atemprobleme. Er pumpte wie verrückt und zweigte ab und zu einen quälenden, festsitzenden Husten, der ihm keine Erleichterung brachte.

Wir wissen ja, dass Nielsson eine geschädigte Lunge hat und allergisch auf Heustaub reagiert. Doch diesmal war es irgendwie anders. Erst mal hatte er überhaupt keinen Kontakt zu Heustaub gehabt. Dann kam ein gelblich-grünlicher Nasenausfluss aus einem Nasenloch. Der war zäh und nicht reichlich. Außerdem zweigte Nielsson eine große Abgeschlagenheit, aber kein Fieber.

Der Tierarzt hörte seine Lunge ab und sagte: „Asthma“. Die Lunge war voller Schleim und es rasselte. Der Tierarzt meinte, manchmal können Pollen so etwas auslösen. Der erste Behandlungsversuch schlug leider nicht an.

Dem Wallach ging es nicht besser und er stellte jetzt auch noch komplett das Fressen ein. Das machte die Sache natürlich noch gefährlicher. Nielsson wollte weder Gras noch Heu fressen. Auch sein Pre Alpin Senior (schon kleingemachte Heu) rührte er nicht an.

Wenn er den Eimer sah, kam er zwar auf mich zu, stand dann aber nur davor. Ich versuchte alles mögliche, um ihm das Futter schmackhaft zu machen, mischte Karottensaft, Apfelmus usw. unter. Fütterte Miranda direkt vor seiner Nase. Bot ihr kurz sein Futter an – das brachte alles nix.

Der arme Kerl hatte offensichtlich Schluckbeschwerden. Ich sah wie er beim Schlucken mit den Ohren wackelte. Außerdem löste Fressen beim ihm einen unangenehmen Hustenreiz aus. Der Tierarzt musste ein zweites Mal kommen.

Die Lunge und Luftröhre waren voll mit zähem Schleim. Das machte dem Wallach sehr zu schaffen. Er war vollkommen platt, stand nur mit hängendem Kopf in der Ecke herum. Der Tierarzt kontrollierte auch die Zähne, aber die waren in Ordnung. Er spritze dem Wallach etwas und ließ mir ein anderen Medikament da, das schleimlösend und bronchienerweiternd wirkt.

Diese Behandlung schlug Gott sei Dank an. In drei Tagen, also am Montag, muss es Nielsson erheblich besser gehen. Sonst muss der Tierarzt wiederkommen.

Um den Burschen zum Fressen zu bekommen, mischte ich Mash mit ganz viel Wasser an. Das nahm er zum Glück. Nach und nach mischte ich in jede Portion immer mehr Heucobs unter das Mash. Wenn die Pampa ordentlich suppig war, schlabberte er das. Alles was er kauen musste, verweigerte er.

So fütterte ich ihn 2 1/2 Tage mit dem sehr wässrigen Brei. Alle 2 Stunden bot ich ihm die Heucobs-Pampe an, weil er ja nichts weiter fressen wollte. Seit gestern Nachmittag grast er endlich wieder.

Im Video seht ihr Nielsson den suppigen Brei schlabbern. Ihr könnt auch sehr schön erkennen, wie er beim Schlucken mit den Ohren wackelt.

Über Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Daraus ist 2015 der gemeinnützige Tierschutzverein "Tierhilfe Miranda e.V." geworden. Miranda bekam Freunde dazu und nun kümmern wir uns ausschließlich um alte und unvermittelbare Tiere. Mit unserem Blog wollen wir auch auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Nur weil wir sie freikauften, einen Gnadenbrot-Platz für sie schafften, retteten wir ihr das Leben. Der Blog berichtet aktuell über Mirandas neues, artgerechtes Rentnerleben. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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17 Antworten zu Tierarzt statt Geburtstagsparty

  1. einfachtilda schreibt:

    Der ärmste. Gut, dass es ihm jetzt besser geht ❤

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  2. Stella, oh, Stella schreibt:

    Man sieht auch, dass sein Atem schwer geht (höre ohne Ton, weil mein Prinz neben mir schläft). Will er mehr habe? Er stubbst so demonstrativ mit dem leeren Eimer … 😉

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  3. Hedwig Mundorf schreibt:

    Ach Gott henry, der arme Herr Nielson, hoffentlich geht es ihm bald besser…

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  4. mfriedemann schreibt:

    Drücke die Daumen, daß es ihm schnell wieder besser geht!

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  5. bernadett schreibt:

    Der arme Kerl!
    Auch wir drücken die Daumen,dass er schnell wieder auf den Damm kommt.
    Gute Besserung und liebe Grüße

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  6. Nicole Vergin schreibt:

    Armer kleiner Kerl. Ich wünsche ihm von Herzen, dass es ihm bald wieder besser geht. ❤ Sende Euch viel Kraft und Liebe und für Dich eine Umarmung, liebe Susanne. ❤
    Alles Liebe
    Nicole

    Gefällt 1 Person

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