Jeder Rückschritt deprimiert

Gestern ließ Nielsson wieder den Schläger raushängen. Nach etlichen guten Tagen, zeigte er bei der Morgenfütterung wieder Ungeduld und Futterneid. Der Wallach ist schlau, er weiß inzwischen wann Fütterungszeit ist und wo das Futter herkommt.

Als ich morgens mit den leeren Eimern auf dem Weg zur Futterkammer war, standen  beide Pferde auf dem Paddock und schauten mir zu. Plötzlich und ohne jede Vorwarnung, stellte sich Nielsson auf die Vorderhand und schlug gleich mehrmals, mit beiden Hinterbeinen nach Miranda!

Die Stute ist mittlerweile beim Ausweichen schneller geworden und so trat Nielsson ins Leere. Ich habe ihn aus Reflex angebrüllt: „Hey lass das! Bist du nicht ganz frisch oder was?“ Das zeigte Wirkung, er hörte auf auszuschlagen und schaute mich an.

Ich ging ins Haus um das Futter zuzubereiten. Das dauerte ein Weilchen und ich beobachte den Flegel dabei durchs Fenster. Nielsson blieb ruhig stehen und schaute auf die Tür, durch die ich verschwunden war.

Auch als ich mit den vollen Futtereimern zu den Pferden kam, benahm er sich weiterhin gut. Leider bleibt der Wallach unberechenbar. Er wird wohl immer mal wieder seine ungeduldige, explosive Seite zeigen.

Auf dem Foto ist leider nicht viel zu erkennen, weil es am Morgen so neblig war. Nielsson (vorn) setzt gerade an, um Miranda eine zu ballern. Die Stute (der Schatten hinter ihm) flüchtet.

Pferde-03.11.2018.jpg

 

 

 

 

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Über Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Daraus ist 2015 der gemeinnützige Tierschutzverein "Tierhilfe Miranda e.V." geworden. Miranda bekam Freunde dazu und nun kümmern wir uns ausschließlich um alte und unvermittelbare Tiere. Mit unserem Blog wollen wir auch auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Nur weil wir sie freikauften, einen Gnadenbrot-Platz für sie schafften, retteten wir ihr das Leben. Der Blog berichtet aktuell über Mirandas neues, artgerechtes Rentnerleben. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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18 Antworten zu Jeder Rückschritt deprimiert

  1. Hedwig Mundorf schreibt:

    Vielleicht kannst Du hier mal nach Rat fragen: https://www.annetemme.de/

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  2. Ewald Sindt schreibt:

    Ganz ehrlich, so ein Tier wäre mir zu stressig. Gibt es keine Möglichkeit ihn von Mirinda zu trennen oder ihn zu erziehen, auch wenn er alt ist. Ein Unwissender… 🐴
    Lieben Gruß, Ewald

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  3. karfunkelfee schreibt:

    Liebe Susanne,

    Klar ist jeder Rückfall schade, aber Niellsson ist nur ein Pferd. Es würde mich interessieren, warum er so aggressiv geworden ist, was dieses Verhalten auslöst?
    Wie könnte man Miranda denn davor schützen…? Ok, das sind nur Überlegungen: Ein Pferd, das ein anderes Pferd unvermittels vorm Fressen schlägt oder tritt, muss als Konsequenz den Fressplatz verlassen …um das andere Pferd zu schützen. Darum lasse ich es auf sein Fressen auch etwas warten: es muss dem anderen Pferd beim Essen zusehen. Wenn das Wenn das Pferd oder Miranda fertig gefressen hat, ist der Fee Essplatz frei. Das Pferd lernt: ich muss auf mein Fressen warten wenn ich nach Miranda trete…

    Nur Lösungssuche…Ideen, weißtschon😊
    Wird schon….👌(hoffhoffhoff)…
    Liebe Grüße von der Fee

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Fee,
      ein futterneidisches, ungeduldiges Tier auf sein Fressen warten zu lassen, sehe ich kritisch. Das verstärkt eher die unerwünschten Eigenschaften. Weil ich weiß das Nielsson futterneidisch ist, habe die beiden nie auf einem begrenzten Raum gefüttert. Nur wo genügend Platz zum Ausweichen war, gab es Futter. Leider hat Nielsson herausgefunden, wo ich mit dem Futter die Weide betrete und wartete dort. Um auf die Weide zu gelangen muss ich durch den Stall und über den Paddock gehen. Beides sind eher enge Stellen, wo es leicht kritisch werden kann. Ich will natürlich nicht dazwischen geraten, wenn Nielsson Miranda eine verplättet. Darum ist der Moment wenn ich mit den Futteimern komme, immer ein kritischer Moment, wo ich sehr konzentriert sein muss.
      Vor dem Rückschritt lief die Fütterung einige Tage sehr gut. Ich konnte die Pferde sogar im Stall füttern. Nielsson in der einen Ecke, Miranda in der anderen. Ich stehe dazwischen und passe auf. Wenn Nielsson sich gut benimmt, wird er sehr von mir gelobt. Heute morgen lief auch wieder alles super gut. Er wartete ohne Aggressionen bis es Futter gab und blieb als er aufgefressen hatte, brav vor seinem Eimer stehen.
      Ich werde nicht aufgeben und mit ihm üben, bis hier wieder Harmonie herrscht. 🙂
      LG Susanne

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  4. Nicole Vergin schreibt:

    Liebe Susanne,

    es tut mir so leid, dass es sich mit Herrn Niellsson (der sicherlich auch seine Gründe hat) so schwierig gestaltet und ich wünsche Dir und den Pferden das allerbeste und dass Du / Ihr einen begehbaren Weg findet!

    Mitfühlende Grüße
    Nicole

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Danke liebe Nicole! ❤
      Eigentlich dürfte Nielsson sich gar nicht so benehmen. Er war ein Therapiepferd und hat mit behinderten Menschen gearbeitet. Diese Pferde müssen doch lieb und geduldig sein. Ich verstehe wirklich nicht was mit ihm los ist? Er fühlt sich hier wohl, das merkt man ihm an. Aber ich glaube fest daran, dass wir das noch hin bekommen. Er ist eine neue Aufgabe für mich, an der ich wachsen kann.
      LG Susanne

      Gefällt 1 Person

      • Nicole Vergin schreibt:

        Mit der Einstellung, liebe Susanne, wirst Du es bestimmt schaffen! Und Du kannst ja sowieso nichts anderes tun, als durchzuhalten… wenn Miranda sich doch verliebt hat… 😉 ❤
        Drücke feste die Daumen!
        Liebe Grüße
        Nicole

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        • Hilfe für Miranda schreibt:

          Genau, Miranda ist voll verknallt und wird ihn nicht mehr hergeben wollen.
          Wir haben zwei sehr gute Tage hinter uns. Die beiden standen sogar nebeneinander und knabberten am Heu. Nielsson begnügte sich hin und wieder leicht zu drohen. So friedlich war er noch nie. 🙂
          LG Susanne

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  5. pflanzwas schreibt:

    Ja, wer weiß, was ihn da reitet, um ein „pferdisches Sprichwort“ zu benutzen 😉 Wahrscheinlich bleibt nur Geduld, Geduld, Geduld. Du / ihr schafft das!!! LG, Almuth

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