Der erste Streuner-Kater

wurde gestern kastriert.

Das lief leider nicht so einfach, wie gedacht. Als erstes erwischten wir den arg heruntergekommenen roten Kater. Ich hatte gehofften ihn bald einfangen zu können. Denn sein gesundheitlicher Zustand ist sehr traurig.

Der Kater dem wir den Namen „Max“ gegeben haben, wurde durch das Anfüttern erstaunlich zutraulich. Wir konnten ihn mit einer Scheibe Wurst, in die Transportbox locken. Darin musste er die Nacht über ausharren, denn er sollte nüchtern zum Tierarzt gebracht werden.

Am nächsten Mittag fuhr ich mit dem Kater zum Tierarzt. Max saß während der Fahrt erstaunlich ruhig in seiner Box. Schlimm war nur sein massiver Durchfall. Er hatte in die Transportbox gemacht und das stank erbärmlich.

In der Praxis angekommen, blieb er weiterhin total ruhig. Ich stellte die Transportbox auf den Behandlungstisch und sagte noch zum Tierarzt: „Der ist nicht so scheu wie angenommen, er wird sie sicher nicht angreifen“.

Eigentlich rechnete ich erst ab 14.00 Uhr mit dem Anruf des Tierarztes. Doch als ich gerade nach Hause kam, klingelte schon das Telefon. Die Tierärztin war dran, ich sollte die Katze sofort abholen, möglichst solange sie noch schlief.

„Jetzt schon“? wunderte ich mich. Max war in der Praxis total ausgerastet. Schon als die Tierärztin in die Box greifen wollte, ging er auf sie los. Er verbiss sich im Handschuh und verlor dabei seine beiden unteren Eckzähne. Beim Kampf mit dem Kater, ging leider auch unsere Transportbox zu Bruch.

Ich fuhr sofort los. Als ich in die Praxis kam, lag Max in der kaputten, mit Band umwickelten Transportbox und schlief. Er würde lange schlafen, meinte die Tierärztin, denn sie musste noch einmal nachspritzen. Weil der Kater sich so aufgeregt hatte, wirkte das Narkosemittel nicht.

Das Tierarzt-Ehepaar war bedient. Nach dem Kampf mit Max konnten sie die ganze Praxis wischen, weil sich Durchfallkot und Urin, überall verteilt hatten. Die Tierärztin bestätigte, dass der Kater sich in einem schlimmen gesundheitlichen Zustand befindet. Lange wäre er nicht mehr am Leben geblieben.

Sie behandelte ihn soweit es möglich war. Max bekam ein Antibiotikum und Entzündungshemmer gespritzt, etwas gegen die Würmer in den Nacken und viel Flüssigkeit unter die Haut. Damit wollte sie den hohen Flüssigkeitsverlust aufgrund des massiven Durchfalls ausgleichen.

Heute ist Max wieder wohlauf. Er hatte bereits gestern Abend einen relativ guten Eindruck gemacht. War gut aus der Narkose erwacht und hatte auch gleich gefressen. Jetzt hoffen wir, dass er sich erholt. Mehr können wir nicht tun, denn er wird sich nicht noch einmal einfangen und behandeln lassen. Drückt die Daumen für den armen Kerl.

Das ist Max heute Morgen.

Max-nach-der-OP-23.06.2018.jpg

Leider ist unsere Transportbox bei der Aktion drauf gegangen.

 

 

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Über Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Daraus ist 2015 der gemeinnützige Tierschutzverein "Tierhilfe Miranda e.V." geworden. Miranda bekam Freunde dazu und nun kümmern wir uns ausschließlich um alte und unvermittelbare Tiere. Mit unserem Blog wollen wir auch auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Nur weil wir sie freikauften, einen Gnadenbrot-Platz für sie schafften, retteten wir ihr das Leben. Der Blog berichtet aktuell über Mirandas neues, artgerechtes Rentnerleben. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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6 Antworten zu Der erste Streuner-Kater

  1. einfachtilda schreibt:

    Puh. Schwere Action 😚

    Gefällt 2 Personen

  2. Eva O. schreibt:

    Mit einer medizinischen Grundbehandlung und gutem Futter schafft Max hoffentlich die Erholung. Dass er kämpfen kann, hat er ja bewiesen. Er kann nun wenigstens nicht mehr für Nachwuchs sorgen. Jetzt müssen wir der Natur wohl ihren Lauf lassen. Von Giada lässt er sich vermutlich nicht unter die Fittiche nehmen.
    Liebe Susanne !!! Ganz, ganz herzlichen Dank für den unermüdlichen Einsatz.
    Grüße von Eva O.

    Gefällt 2 Personen

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Vielen Dank liebe Eva für Deine netten Worte! ❤
      Jetzt hat er wenigstens eine Chance. Ob er es packt, wird sich zeigen. Ich habe aber eine gutes Gefühl, denn er frisst und ist auch ganz gut drauf. Ja, dass er kämpfen kann hat er bewiesen. Seine Eckzähne stecken jetzt im Handschuh der Tierärztin. 😉
      Nein, von Giada lässt er sich nicht unter die Fittiche nehmen. Komischerweise ist er mir um die Beine gestrichen. Ich war ganz entsetzt, als die Tierärztin anrief und sagte: "Holen sie die Katze sofort ab, der ist in der Praxis total ausgerastet". 😉
      LG Susanne

      Gefällt 1 Person

  3. Elisabeth Berger schreibt:

    Das arme Tierlein, er sieht echt sehr krank aus😢
    Als Tierarzt muß man halt auch damit rechnen, daß so ein verwildertes Tier ausrastet.
    Zumindest ist Max jetzt schon mal grundbehandelt, antibiotisch abgedeckt und kann sich nicht mehr fortpflanzen. Wenn er jetzt regelmäßig gutes Futter bekommt und sein Durchfall aufhört, hat er sicher auch eine Chance, gesund zu werden.
    Wir drücken ihm fest die Daumen🍀🍀🍀❤️❤️❤️
    Hast du toll gemacht, Susanne, vielleicht hast du den Rest der Streuner auch bald in der Falle!
    Hoffentlich geht‘s mit diesen Katern leichter beim Tierarzt. Mit Glück bekommen wir evtl. doch noch irgendwo eine Fixierbox her.
    Wünsche dir mit der ganzen Katzenfamilie weiterhin gutes Gelingen❤️
    LG Elisabeth

    Gefällt 1 Person

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Ja, er sieht wirklich schlimm aus. Auf den ersten Fotos sah man das nicht so. Der Kater ist immer noch ein einziges Bild des Jammers. Danke fürs Daumen drücken – Max kann das wirklich gebrauchen. 😀
      Für eine neue Box wird gerade gesorgt. Es dauert nur eine Weile bis die ankommt. 😀
      Vielen Dank liebe Elisabeth für Deine guten Wünsche! ❤
      LG Susanne

      Gefällt 2 Personen

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