Knastkoller

Frost und Nebel zauberten am Wochenende ein Winter Wonderland.

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Wie eine wundersame Märchenlandschaft, still und friedlich.

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Den Pferden macht die Kälte nichts aus. Sie haben einen Laufstall, den sie aufsuchen können. Aber Miranda schläft lieber draußen auf der Weide.

Miranda schläft

Miranda schläft

Bachus hat Heu gemampft.

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Ich habe mich beim Abäppeln warm gearbeitet

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Plötzlich taucht ein Bauer auf, der Gülle fährt. Natürlich kam der Wind genau aus seiner Richtung.

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Der Bauer kam dreimal mit seinem Güllewagen aufs Feld. Es dauerte eine Weile, bis er mit der neuen Ladung zurück war. Ich freute mich nicht ihn wieder zu sehen.

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Als er das dritte Mal aufs Feld fuhr, hatte ich die Pferde gerade in ihre Boxen gebracht. Da drehte Miranda total durch. Auf der Weide war alles ok, da hatte sie keine Angst. Aber in der Box drehte sie von einer Sekunde auf die andere völlig durch. Sie hatte Panik-Augen, tobte und drehte wilde Runden. Ich versuchte sie zu beruhigen. Sie blieb auch stehen aber zitterte so stark, dass das ganze Pferd bebte.

Das konnte ich gar nicht mit ansehen. Jeder Muskel zitterte, sie war total angespannt und glotzte in die Richtung des Güllewagens. Ich gab ihr Bachblüten, die ich für so einen Fall immer in der Nähe habe. Dann stellte ich mich zu ihr in die Box. Da kam sie langsam wieder runter. Sie schaute noch eine Weile nach dem Güllewagen, der seltsame Geräusche machte.

Miranda hat immer noch einen „Knastkoller“. Das kommt durch ihre nicht artgerechte Haltung beim Züchter. Der Züchter war der Meinung, ein Pferd muss im Winter nicht raus. Darum kamen seine Stuten Anfang Oktober in den Stall. Dort blieben sie bis Mai in den Boxen. Der Stall war ein gemauertes Gebäude, ohne Fenster. Die Pferde standen in vergitterten Boxen. Selbst zum Misten kamen sie nicht aus ihrer Box. Es wurde um das Pferd herum gemistet.

Als Miranda mit 20 Jahren zu uns kam, kannte sie keinen Winter. Sie hatte noch nie Eis und Schnee gesehen. Miranda sah also als Oma das erste Mal den Winter. Sie musste erst lernen auf gefrorenen Boden zu gehen. Fallender Schnee und verschneite Landschaften machten sie nervös. Es wurde aber von Jahr zu Jahr besser. Denn auch alte Tiere können lernen!

Über Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Mit unserem Blog wollen wir auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Wir kauften sie frei, schafften einen Platz für sie und retteten ihr damit das Leben. Der Blog berichtet aktuell über das neue Rentnerleben von Miranda. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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10 Antworten zu Knastkoller

  1. Claudia Hübner schreibt:

    Oh wie schrecklich. 7 Monate Box. Das gehört ja angezeigt.

  2. Nacho schreibt:

    Auch an solchen Beiträgen wird immer wieder deutlich, wie fürsorglich und liebevoll ihr euch um die Tiere kümmert 😀! Danke.
    Liebe Grüße, Achim

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Lieber Achim,
      als Miranda auf den Hof kam, regte sie sich über alles auf. Ich fragte den Züchter, was er macht, wenn seine Pferde austicken. Er meinte gar nichts, da kann man nichts machen, die beruhigen sich schon wieder. Ich fand das nicht in Orndung. Nach und nach merkte ich, dass ich Miranda aus solchen Situationen raus holen konnte. Dadurch stieg unser gegenseitiges Vertrauen und ich stieg im Ansehen des Pferdes.
      LG Susanne

  3. Paula schreibt:

    Arme Miranda!
    Jetzt ist sie schon so lange bei Dir,aber die Vergangenheit holt sie doch immer wieder ein.
    Gut,dass Du sie doch noch beruhigen konntest.Das zeigt,wie eng Ihr inzwischen miteinander verbunden seid und wie viel Vertrauen sie zu Dir hat.
    Schöne Winterbilder ,die Du uns zeigst und an die wir uns wohl jetzt leider so langsam gewöhnen müssen.Bei uns hat das Thermometer heute früh unter minus sieben Grad angezeigt.Zum Glück versüßt uns hier die Sonne die Kälte etwas.
    Liebe Grüße Uwe

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Lieber Uwe,
      es ist schon viel besser geworden. Sicher wird es immer mal wieder solche Situationen geben. Pferde sind nun mal Fluchttiere und wollen nur weg, wenn ihnen etwas komisch vor kommt. Ich weiß aber, dass ich auch wenn sie austickt, an sie ran komme. Das ist ja nicht ganz ungefährlich. Wir vertrauen uns gegenseitig, sonst wäre das nicht möglich. Ich würde nicht zu einem tobenden Pferd in die Box gehen, wenn ich ihm nicht trauen würde.
      Mit Sonne ist die Kälte besser zu ertragen. Hier ist es neblig und trüb.
      LG Susanne

  4. Elisabeth Berger schreibt:

    Schöne Winterbilder! Die Pferde kommen gut mit der Kälte zurecht, gell😊Außerdem können sie ja jederzeit in den Stall, wenn sie möchten.
    War sicher schwierig, die angefrorenen Pferdeäpfel hochzuheben, schwerer wird die Schubkarre dann auch sein. Du bist echt ein zierliches Kraftprötzchen😊
    Arme Miranda, ab und an bekommt sie halt doch noch eine Panikattacke. Gut, daß sie dir so vertraut und dann wieder schnell runterkommt!
    Bei uns in Bayern heißt die Gülle Odel☺️Ich könnte unsere Bauern ständig in ihren Odel tunken! Kaum hängt die frischgewaschene Wäsche draußen auf der Leine, kommen sie in Scharen mit ihren Odelwägen und der Gestank nimmt dir den Atem und die Wäsche stinkt so, daß du sie gleich nochmal waschen mußt. Natürlich freue ich mich, daß wir noch so nahe an der Natur sind und auch der Bauer muß seinen Odel rausfahren, aber manchmal stinkt’s mir wirklich😖
    Das ist echt der Hammer, daß der Züchter die Stuten 7 Monate im geschlossenen Stall läßt! Mich wundert, daß Miranda nicht noch empfindlicher ist. Das ist ja zum Durchdrehen! Und so geht’s vielen der Zuchttiere aller Arten, eingeschlossen im Verschlag als Gebärmaschinen!
    Wieder einmal Pfui, Mensch!
    Traurige Grüße
    Elisabeth

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Ja, die Pferde kommen gut mit der Kälte zurecht. Sie haben hier einen Offenstall, den sie jederzeit aufsuchen können. Momentan sind sie aber noch lieber draußen.
      Die ersten Winter ist Miranda noch viel mehr abgedreht. Da bekam sie Anfangs immer den Knastkoller. Ich habe dann die Führmaschine gespielt, damit sie Energie los wurde. Fallender Schnee verwirrte sie total. Das kannte sie ja nicht. Da Miranda allem was sie nicht kannte aus dem Weg ging, tickte sie oft aus. Heute hat sich das geändert. Sie ist neugierig und selbstbewußter geworden. Wenn ich dabei bin, geht sie auf Unbekanntes zu.
      Bei Euch heißt Gülle Odel. Das klingt so wie es riecht!😉 Gülle müsste es nicht geben, wenn die Tiere nicht auf Spaltenböden stehen würden. Das ist ein „Geschenk“ der modernen Massentierhaltung. Gülle nimmt einem wirklich die Luft zum Atmen… Bei uns gibt es noch Bauern die ihre Tiere auf Stroh halten.
      LG Susanne

  5. Isabella33 schreibt:

    Liebe Susanne,
    Elisabeth hat ALLES geschrieben, da habe ich nix mehr zuzufügen.
    Wie das Wetter hier ist, das hat Uwe berichtet.
    So schicke ich nur liebe Grüße,
    und freue mich über 95 Stimmen bei der Weihnachtsbaum Aktion ❤
    Liebe Grüße Heidi mit Isi

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