Seniorenresidenz wird zum Babyhort

Ich, beziehungsweise Campa, hat ein Katzenbaby gefunden. Das Kleine saß mutterseelenallein, an einer Landstraße, im hohen Gras. Das Kätzchen war ganz ausgekühlt und regte sich kaum. Ich habe das kleine Ding mit genommen. Eine handvoll Kätzchen, das in die Jackentasche passt.

Gestern hat das stuppige Kätzchen den ganzen Tag geschlafen. Aber nicht auf dem Boden, im Körbchen oder auf einem Kissen. Die Kleine, es ist ein Mädchen, muss ein paar Gene von einer Bergziege haben. Sie will immer irgendwo ganz oben liegen.

Dieses winzige Kätzchen sprang erst einmal auf meinen Bürostuhl. Ihre Vorderbeinchen erreichten gerade so den Stoff des Stuhls. Mit den Krallen zog sie sich hoch und schon hatte sie ihren Schlafplatz gefunden. Zuerst setzte ich sie mehrmals auf ein weiches und warmes Kissen. Doch die Kleine sprang immer wieder auf den Drehstuhl.

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Die Nacht hat sie im Büro verbracht. Geschlafen hat sie im Regal, auf den Aktenordnern. Als ich heute morgen nach ihr schaute, konnte ich sie zuerst nicht finden. Wie sie dort hoch gekommen ist, bleibt mir sicher für immer ein Rätsel.

Von den Strapazen erholt, fängt sie langsam an ihre Welt zu erkunden. Dabei hat sie auch die Fensterbank entdeckt. Vom Sofa aus kann sie dort rauf springen. Ich habe sie heute morgen, gefühlte 97 Mal von der Fensterbank runter gesetzt. Diese Mieze hat einen ausgeprägten Willen! Die Amaryllis sind schon rausgeflogen, damit die Kleine nicht daran knabbert.

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Ich habe festgestellt, dass wir so gar nicht auf eine Babykatze vorbereitet sind. Es ist schon Jahrzehnte her, dass ich Katzenbabys hatte. Wir haben uns die letzten 20 Jahre ausschließlich um ältere, herrenlose Katzen gekümmert. Meistens halbwilde Tiere, die sich draußen wohler fühlten. Darum gibt es hier kein Spielzeug, keinen Kratzbaum, keine Kuschelhöhle oder sonst welche Babysachen. Mary hat nur ein kleines Kratzbrett, das an der Wand befestigt ist. Das benutzt sie sowieso nie, da sie viel raus geht. Die Kleine bräuchte eigentlich einen größeren Kratzbaum, auf dem sie sicher klettern kann.

Damit die kleine Mieze spielen kann, habe ich alles Mögliche zusammen gesucht, was für sie spannend aber ungefährlich ist. Ich habe einen kleinen Koalabären gefunden, ein Stoffball der etwas zu groß für sie ist und ein paar kleine Gegenstände, die sie mit den Pfoten über den Boden schieben kann. Am Montag werde ich ein paar Fellmäuse und so etwas für sie kaufen. Denn Spielen ist für Tierkinder wichtig. Sie lernen dabei fürs Erwachsenenleben.

Momentan bloggt die Kleine, die ich übrigens Luzy getauft habe, mit. Vom Bürostuhl aus, springt sie auf den Schreibtisch. Sie läuft auf der Tastatur spazieren und hat dabei Funktionen des PCs entdeckt, die ich noch gar nicht kannte. 😀

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Jetzt liegt sie auf meiner Schulter und schnurrt… 😀

Ich werde die nächste Zeit aufpassen müssen, dass das Baby bei seinen Klettertouren nicht abstürzt. Luzy wird erst einmal hier bleiben. Mit den Hunden ging es von Anfang an sehr gut. Mary ist beleidigt und faucht die Kleine an. Luzy hat zurück gefaucht. Mal sehen wie sich das noch entwickelt. Mit der Ruhe ist es erst einmal vorbei, aber wer kann diesen großen, grauen Augen widerstehen?

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Über Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Mit unserem Blog wollen wir auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Wir kauften sie frei, schafften einen Platz für sie und retteten ihr damit das Leben. Der Blog berichtet aktuell über das neue Rentnerleben von Miranda. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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21 Antworten zu Seniorenresidenz wird zum Babyhort

  1. Luckyfree schreibt:

    So süss die Kleine! ❤️😊

  2. Elisabeth Berger schreibt:

    Jucheißa, Zuwachs❤️ Freu‘ mich, so ein Baby macht die Senioren munter – Action in der Bude!!!!
    Habe dir einen Kratzbaum geschickt😊
    LG Elisabeth

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Vielen Dank liebe Elisabeth! Das ist so lieb von Dir! ❤
      Dann brauche ich die Kleine nicht mehr aus den Büroregalen, von der Fensterbank, von der Rückenlehne des Drehstuhls und was weiß ich noch wo überall runter pflücken! 😉 Jetzt ist sie richtig angekommen und aufgetaut. Nun geht es rund und ich komme zu fast nichts mehr. Hatte ganz vergessen wie anstrengend Babys sein können… 😀 Aber auch zuckersüß! ❤
      LG Susanne
      PS: Hoffentlich kommt der Kratzbaum schnell an. 😉

  3. Claudia schreibt:

    Zu süß die kleine. Man kann auch alufolie zu einem ball formen, damit spielen sie auch gern. Oder ein kleines stofftier an einen stock binden. Dann hat man eine art fellmaus.

    Viel Spaß novh mit der kleinen Luzy.

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Hallo Claudia,
      vielen Dank für die Tipps! 😀 Alufolie ist mir zu gefährlich, weil ja auch Hunde mit im Haus leben. Ein versehentlich verschlucktes Stück Alufolie muss nicht sein. Ich habe ihr jetzt einen Pappkarton als Höhle umgebaut. Den findet Luzy auch sehr spannend. Das mit der Angel ist eine tolle Idee. Ich habe so was für die Hunde, nur in größer. Also die ist viel zu groß fürs Kätzchen… Werde eine Mini-Angel bauen! 😉
      LG Susanne

  4. atlantica0705 schreibt:

    ach, die Kleine ist ja herzig ❤ die könnt ich gleich knuddeln! die wollte wohl zu dir kommen 😀
    LG Verena

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Verena,
      die Kleine ist wirklich zuckersüß! ❤ Ja, sie wollte wohl zu uns kommen. Denn irgendwie ging es von Anfang an mit den Hunden total gut. Nur Mary muss sich noch an das Baby gewöhnen. Die ist immer noch beleidigt und zieht es vor draußen zu bleiben.
      LG Susanne

  5. Ebner Harry schreibt:

    Hallo Susanne da siehst du wieder was für eine Tierliebende Frau du bist, die Kleine hat unheimliches Glück das Du sie gefunden hast. Wir hatten auch einmal eine ganz junge Katze zu unseren alten gebracht, auch die haben sich anfangs angepfaucht, ist aber vorbei gegangen und sie wurden keine Freunde, aber sie haben sich vertragen. Das wird bei dir genauso werden.Also unbedingt behalten😘 Liebster Gruß von Harry

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Lieber Harry,
      ja sie hatte wirklich Glück. An der Landstaße war es viel zu gefährlich für die Kleine. Kein Haus weit und breit und dann die Autos… Das wäre sicher nicht lange gut gegangen.
      Vielen Dank, dass Du von Deinen Erfahrungen berichtest. Deine alten Katzen haben das Baby also zuerst auch angefaucht und sich später daran gewöhnt. Das macht mir Mut, weil Mary immer noch ziemlich sauer ist. Man muss viel Geduld haben, wenn man Tiere aneinander gewöhnt. Und die habe ich. 😀
      Du meinst also wir sollen Luzy behalten?
      LG Susanne

  6. spirit148 schreibt:

    Oh nein, wie süß :)! Einfach zum knuddeln die kleinen :-)!

  7. wolke205 schreibt:

    Ich bin hin und weg… Neien wie niedlich ❤ Gut, dass Du sie mit den Hunden gefunden hast. Wer weiß was sonst passiert wäre mit der Kleinen ❤ Mary wird sich schon einkriegen 🙂

  8. Fellmonsterchen schreibt:

    Nachwuchschefin! Ganz eindeutig! Wie sie da schon auf dem Drehstuhl thront, das wird was. 🙂 Ist die süß. Und sie hat viel Glück im Unglück gehabt. Vermutlich ist ihre Mutter ja wohl nicht mehr am Leben. 😦 Aber nun ist sie bei Euch und bringt frisches Leben auf den Hof.

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Das vermute ich auch. War sicher eine Bauernhofkatze, die die Jungen ohne menschliche Hilfe groß ziehen musste. Du hast wohl recht mit der Nachwuchschefin. Die Hunde und mich hat Luzy schon ganz gut im Griff. 😉 Mal schauen wie das mit Mary wird.
      LG Susanne

  9. Isabella33 schreibt:

    Liebe Susanne,
    irgendwann ist sie dir behilflich beim Blog Schreiben 🙂
    Liebes Wuffi Isi

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