Auch Chica hat sich entwickelt

Chica kam als regelrechter Panikhund auf den Hof. Sie bestand eigentlich nur aus Angst. Alles war zu viel, kaum etwas war auszuhalten für diesen Hund. Chica hatte den Glauben an die Menschen verloren. Zu viele schlimme Dinge mussten ihr auf der Insel Fuerteventura passiert sein.

Bevor ich Chica zu mir nahm, saß sie 1 1/2 Jahre auf einer Pflegestelle. Sie hatte in dieser ganzen Zeit keine Fortschritte gemacht und galt als unvermittelbar. Ich nahm sie mit, weil sie sofort zu mir kam, als ich sie dort besuchte. Am Anfang gab es kaum etwas, was diesen Hund nicht in Panik versetzte.

Es reichte schon, wenn ich nur einen Kaffeebecher in der Hand hielt. Chica erwartete wohl, davon erschlagen zu werden. Draußen war jede Begegnung für sie der reinste Horror. Bei jedem Auto das uns entgegen kam, sprang sie fast in den Graben. Menschen waren der total Graus für sie. An einen stehenden Trecker vorbei zu kommen, war unmöglich.

Chica ist vor lauter Misstrauen hinter den Menschen gelaufen.
Chica-Deich

Zum Glück für Chica, habe ich Erfahrung mit Angsthunden. Heute ist ein fast normales Leben mit ihr möglich. Es hat auch jetzt immer noch seine Grenzen, sie kann ganz schnell in altes Verhalten zurück fallen. Ich weiß aber was ich Chica zu muten kann und womit sie überfordert ist. Sie wird niemals ein ganz angstfreier Hund sein, aber sie führt heute ein gutes und zu 90% entspanntes Leben.

Dafür braucht sie auch in der Wohnung einen sehr ruhigen Rückzugsort. Für Chica ist es schon zu viel, wenn ich z. B. beim Kochen in der Küche hantiere. Oder wenn ich im Büro am PC sitze und arbeite. Das Klappern der Tastatur oder wenn der Drucker anspringt, ist für Chica nicht zu ertragen. Sie zieht sich dann in den hinteren, ruhigen Teil des Hauses zurück. Das ist auch ok so.

Früher war sie ein Wrack, ständig angespannt, hatte sie nur Stress. Das ist natürlich kein lebenswertes Leben. Hier konnte sie so weit entspannen, dass sie sogar lernen konnte. Denn mit Angst lernen geht nicht. Als ich sie bekam, kannte sie nur ihren Namen. Hier hat sie Grundkommandos und allerhand Kunststücken gelernt. Das macht ihr Spaß und sie schöpft daraus Selbstvertrauen.

Chcia ist nicht nur ein Angsthund, erschwerend kommt noch ihre Rasse dazu. Chica ist ein Podenco und die sind nun mal ganz anders. Man muss sich in das Herz dieser Hunde schleichen. Ein Podenco ist ein selbständiges Wesen, für den ein Befehl, Sinn machen muss. Er braucht einen zuverlässigen und berechenbaren Menschenfreund an seiner Seite. Dann führt man ihn mit leiser Stimme. Jedes laute Wort macht diese Freundschaft kaputt! Und man fängt wieder von vorn an oder es ist ganz vorbei.

Ruhe, ganz viel Geduld und Vertrauen sind die Zauberworte, die aus einem Podenco, einen folgsamen Begleiter werden lassen. Ein Podenco ist also nicht für jeden Menschen der richtige Hund. Wer sich aber auf sie einlässt, wird sie lieben!

Ich tue mal so, als ob ich die Katze nicht sehe…
Chica-Mary-26.03.2016-a

Immer schön am Boden schnuppern….
Chica-Mary-26.03.2016-b

Oh je, jetzt guckt sie auch noch her!
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Über Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Mit unserem Blog wollen wir auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Wir kauften sie frei, schafften einen Platz für sie und retteten ihr damit das Leben. Der Blog berichtet aktuell über das neue Rentnerleben von Miranda. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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19 Antworten zu Auch Chica hat sich entwickelt

  1. Isabella33 schreibt:

    Liebe Susanne,
    damit hast du wieder einmal bewiesen, dass ein nur von Angst geplagter Hund DOCH noch ein schönes Leben haben kann, wenn er in die richtigen Hände kommt.
    Freunde von mir haben einen „Straßen-Podenco“ aus Indien gerettet. Er sollte grad erschlagen werden. Eine lange Geschichte, aber ein wunderbarer Hund, der jetzt schon ca 6 oder 7 Jahre glücklich ist. Diese „Indie“ war sogar zeitweilig, bis sie zu meinen Freunden nach Schweden durfte, in Berlin in einer Wohnung im 9. Stock. Sie hat nix kaputt gemacht, und auch die Wohnung nicht beschmutzt.
    Eine wunderbare Rasse!
    Auf dem letztem Foto sieht man deutlich, WIE sehr Chica die Katze nicht sehen WILL.
    Tolle Bilder!
    Liebe Grüße Heidi mit Isi

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Heidi,
      genau das wollte ich mit diesem Bericht sagen. Auch stark verunsicherte Angsthunde können glückliche Hunde werden. Sie haben eine Chance verdient. Ich freu mich für Indie, dass sie das richtige Zuhause gefunden hat! 😀 Deinen Freunden ist das hoch anzurechnen. Denn ein Angsthund ist eine große Aufgabe! ❤
      LG Susanne
      PS: Auf dem letzten Foto sieht man die Körperspannung bei Chica sehr deutlich. 😉

  2. Chris schreibt:

    Liebe Susanne, das ist ein wirklich schöner Post, der mich froh macht, dass Chica dich gefunden hat. Ich hoffe, ihr werdet nie ein lautes Wort brauchen und eure Freundschaft bleibt bestehen wie sie ist. Du hast einmal mehr gezeigt, dass auch Hunde, die man schon aufgegeben hatte, noch ein lebenswertes Leben führen können und sollten.

    Wuff-Wuff dein Chris

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Danke lieber Chris! ❤ Zwischen unsere Freundschaft kann nichts kommen. 😀 Ich kann mit Chicas Macken leben. Und ich kann sie immer wieder auffangen, wenn sie in ihr altes Verhalten zurück fällt.
      LG Susanne

  3. Elisabeth Berger schreibt:

    Liebe Susanne, es freut mich, so einen schönen Bericht von der lieben, schüchternen Chica zu lesen. In den richtigen Händen kann auch ein extremer Angsthund ein glückliches Leben führen. Als Flipsi aus Sardinien zu uns kam, hatte er auch noch vor vielen Dingen Angst. Er war zwar bei weitem nicht so verletzt wie Chica, aber einige Dinge sind ihm auch jetzt noch sehr suspekt. Obwohl ich mir besondere Mühe gab, daß er meine Krücken nicht zu fürchten braucht, hat er noch immer ein bißchen Angst davor. Ich kann mir gut vorstellen, daß er in den ersten Jahren seines Lebens Stöcke sehr zu spüren bekam. Er ist sicher froh, wenn ich sie nicht mehr brauche.
    Furchtbar und nicht vorstellbar, was Menschen Tieren antun. Wir haben sie domestiziert und wir müssen sie als unsere kleinen Schwestern und Brüder betrachten. Sie haben uns Menschen nicht darum gebeten, daß man sie „zähmt“ und sie ihrer Freiheit beraubt. Da ist es wohl das Mindeste, daß wir uns anständig um jedes Tier kümmern.

    Liebe Grüße
    Elisabeth

    • Paula schreibt:

      Liebe Elisabeth,
      da wünschen wir Flipsi und Dir ganz doll,dass Du die „Stöcke“ bald engültig wegräumen kannst.
      Liebe Grüße Uwe

      • Elisabeth Berger schreibt:

        Dankeschön, lieber Uwe☺️
        Ja, jetzt wird’s echt Zeit, daß die doofen Dinger in die Ecke fliegen. Aber so 4-5 Wochen müssen wir wohl noch warten😖
        Wie geht’s denn inzwischen der lieben Paula? Ist sie wieder fest auf den Beinchen?
        Alles Gute und liebe Grüße
        Elisabeth

        • Paula schreibt:

          Lieb von Dir,Elisabeth,
          dass Du Dich nach Paula erkundigst.Es geht ihr soweit wieder gut.Dank Rimadyl ist sie schmerzfrei und die Schlidrüsentabletten bewirken,dass sie wieder agiler ist.Sie zeigt wieder Interesse an anderen Hunden und will öfter mit Bernadett spielen.Vögel und Insekten findet sie auch schon wieder spannend.Am schwersten fällt ihr das Abnehmen.(Das geht wohl den Hunden wie den Menschen so.)In 8 Tagen werden beim Tierarzt die Schildrüsenwerte kontrolliert,dann werden wir sehen,ob die Medikation so bleibt.
          Vorher kommt am Dienstag noch mal unsere Hundephysiotherapeutin,die Paula schon ganz lange kennt.Da kann sie natürlich Veränderungen viel objektiver beurteilen als wir.
          Nach Kerstins Knie-Op. durfte ich die Krücken nach 10 Wochen auf den Dachboden bringen.Sie meint bis zu einem Vierteljahr ist wohl der Durchschnitt.Wir drücken die Daumen,dass Du da drunter bleibst.
          Liebe Grüße Uwe

        • Elisabeth Berger schreibt:

          Lieber Uwe,
          das freut mich sehr, daß Paula keine Schmerzen mehr hat😊 Es hört sich gut an, daß sie wieder Interesse an so vielen Dingen hat. Sicher ist sie bald wieder ganz die alte Paula😀
          Ja, das Abnehmen ist eine grausame Sache. Flipsi und ich kämpfen auch😖
          Da war Kerstin echt schnell mit dem Wiederfitwerden! Mir wurde auch gesagt, daß ich nach der Knieachsenumstellung ein Vierteljahr brauche, bis die Sache wieder funktioniert☺️
          Danke für’s Daumendrücken💐, ich drück‘ sie weiterhin für Paula🍀

          Liebe Grüße an dein ganzes Rudel
          Elisabeth

        • Hilfe für Miranda schreibt:

          Lieber Uwe,
          es ist wirklich schön, dass es Paula so viel besser geht. Hier werden auch weiter alle Daumen und Pfoten gedrückt! ❤
          LG Susanne

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Elisabeth,
      Flipsi wird keine guten Erfahrungen mit Menschen mit Stöcken in der Hand, gemacht haben. Er kommt auch aus dem Süden. Ich kann mir vorstellen, wie ihn Deine Krücken verunsichern. Hoffentlich wirst Du sie schnell los! GANZ FEST DIE DAUMEN DRÜCK!!! ❤
      Als Chica gerade ein paar Wochen hier war, wollte ich einen vom Baum gefallenen Apfel, in das Schafsgehege werfen. Als ich ausholte, lief Chica mit eingeklemmter Rute ins Haus. Sie dachte wohl, sie wird wieder mit Steinen beworfen. Sie traute sich nicht mehr aus dem Haus. Solche Erlebnisse hat man mit Angsthunden.
      Zum Glück habt Ihr Flipsi ein Zuhause gegeben. So kann auch er erfahren, was Liebe und Sicherheit bedeutet. 😀
      LG Susanne

  4. Paula schreibt:

    Liebe Susanne,

    es ist so schön zu lesen,wie sich die arme Chica entwickelt hat.Sie muss Unvorstellbares erlebt haben.Jetzt hat sie endlich einen Menschen,dem sie vertrauen kann.
    Elisabeth hat so Recht,wenn sie schreibt,dass wir Menschen in der Pflicht sind,uns um die Tiere zu kümmern und das wir unserer Verantwortung nur gerecht werden,wenn wir uns anständig um sie kümmern.
    Auf den Fotos ist deutlich zu sehen,wie sie versucht,die Katze zu ignorieren.Wie reagiert sie denn auf die Pferde und auf die temperamentvolle Campa?

    Liebe Grüße Uwe

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Lieber Uwe,
      die Pferde sieht Chica auf Abstand. Ein direkter Kontakt geht nicht. Campa ist nicht temperamentvoll, sie verhält sich ruhig und überlegt. Chica und Campa lieben sich und es war Liebe auf den 1. Blick. Sie haben sich noch nie angezickt, nie geknurrt, nie gedroht. Nicht einmal mit Blicken oder Körperspannung. Alles wird geteilt. Egal ob es die Schlafplätze, das Futter, Streicheleinheiten, Aufmerksamkeit oder Kauknochen sind. Wer den Knochen zuerst hat, der hat ihn. Ich kann nicht mal sagen, wer von den beiden ranghöher ist. So eine besondere Hundefreundschaft habe ich vorher noch nie erlebt. Da war immer einer der Chef. Bei diesen beiden ist das nicht so.
      LG Susanne

  5. Fellmonsterchen schreibt:

    Die liebe Chica… Was sie alles durchmachen musste. 😦 Gut, dass sie sich nun geborgen fühlen kann.
    Habe festgestellt, dass Socksi vor etwas lauteren Ermahnungen Angst bekommt. Er ist ja kein Angsthund, aber negative Erlebnisse müssen da auch gewesen sein. Neulich hatte ich ihn etwas lauter (nicht geschrien, nur etwas lauter, weil ich ein paar Meter weiter weg stand) ermahnt, nicht zu buddeln, da guckte er richtig ängstlich zu mir hin. Hat mir fast das Herz gebrochen, also bin ich jetzt bei ihm immer ganz leise, es reicht bei ihm auch aus. Nelly ist da ganz anders. 🙂 Die weiß, dass ich ihr eh nicht böse sein kann…
    LG
    Die Monstermeute

    • Paula schreibt:

      Hallo Felli,
      Nelly hat doch auch Schlappohren.Da muss man manchmal lauter werden,weil sonst die Schallwellen einfach den Weg bis zum Gehirn nicht finden.
      Ich sprech da aus Erfahrung.
      Augenzwinkernde Grüße Uwe

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Chica zuckt auch zusammen, wenn ein anderer zurechtgewiesen wird. Da muss ich auch drauf aufpassen. Ist das bei Socksi nicht so?
      LG Susanne

      • Fellmonsterchen schreibt:

        Das geht eigentlich. Wenn drinnen das klassische „Nell!!!“ ertönt, kommt er an und zupft an ihr herum, um mir zu helfen. 🙂 Draußen weiß er auch, dass er nicht gemeint ist.
        Was er aber nicht mag: Wenn ich hier ordentlich am Wühlen bin, also putzen, Sachen rausbringen, eben eine totale Unruhe, das ist ihm nicht so geheuer. Staubsauger mag er auch nicht, aber da geht er einfach in einen anderen Raum. Nelly flüchtet immer gerade dahin, wo ich saugen möchte. So ein Pech aber auch immer. 🙂
        LG

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