Konzentriert sein


Der Umgang mit einem so großen und starken Tier wie einem Pferd, will gelernt sein. Ein Pferd ist von Natur aus ein vorsichtiges und eher ängstliches Tier. Viele Situationen, die wir Menschen gar nicht bemerken, können einem Pferd große Angst machen. Die angeborene Reaktion des Pferdes auf Angst, ist eine spontane Flucht. Das Pferd ist dann nicht mehr ansprechbar. Es wird alles daran setzen, um der Gefahr zu entkommen.

Darum ist es so wichtig, im Umgang mit Pferden, konzentriert zu sein. Wir müssen lernen, mit den Gedanken immer bei dem zu sein, was wir gerade tun. Wenn uns alles mögliche durch den Kopf geht, z.B. was wir noch zu erledigen haben, werden wir unaufmerksam. So passieren schnell Unfälle. Wir müssen versuchen, immer ganz mit unseren Gedanken bei der Sache zu bleiben.

Pferde lernen uns also konzentriert bei der Sache zu bleiben. Im Alltag kann diese Konzentration schnell einmal verloren gehen. Auch schleicht sich vielleicht im Laufe der Zeit, eine gewisse Routine ein. Sobald wir das merken, sollten wir wieder ganz aufmerksam werden.

Einen gefährlichen Moment habe ich mit Bachus erlebt. Gerade mit Bachus, der eigentlich nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen ist. Bei Miranda bin ich ja einiges gewohnt. Sie hat viel mehr Temperament als unser entspannter, alter Herr. Aber selbst bei ruhigen Pferden, dürfen wir nie nachlässig werden. Daran erinnerte mich Bachus.

Gerade in dem Moment, als ich den Futtereimer auf den Boden stellte, erschrak Bachus. Er machte einen Satz seitlich über den Eimer und prallte gegen mich. Ich bin zum Glück, wie ein Flummiball, von ihm abgeprallt. Nur der Eimer erhielt einen Tritt. Was der Auslöser für seine Panik war, habe ich nicht mitbekommen. Aber ich habe gemerkt, dass ich nicht hundert prozentig mit meinen Gedanken bei der Sache war. Ich passe jetzt wieder besser auf. Beim Eimer abstellen, behalte ich die Pferde wieder ganz genau im Auge.

Auch das ruhigste Pferd kann in der nächsten Sekunde durchgehen.

Herbst-Bachus-k

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Über Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Mit unserem Blog wollen wir auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Wir kauften sie frei, schafften einen Platz für sie und retteten ihr damit das Leben. Der Blog berichtet aktuell über das neue Rentnerleben von Miranda. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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10 Antworten zu Konzentriert sein

  1. Chris schreibt:

    Ohje, das klingt ja hoch gefährlich. Zum Glück ist dir offenbar nichts passiert, aber es steigert meine Bewunderung noch, wie du es schaffst, ganz alleine Tag für Tag den ganzen Hof zu bewirtschaften.

    Wuff-Wuff dein Chris

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  2. Isabella33 schreibt:

    Liebe Susanne,
    Respekt, das hätte wirklich schief gehen können.
    Also pass weiterhin gut auf dich auf!!!
    Liebe Grüße Heidi mit Isi

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Heidi,
      das werde ich tun. Ich war in letzter Zeit etwas überarbeitet und da hat die Konzentration nachgelassen. Das darf nicht passieren, wenn man mit so großen und starken Tieren umgeht. Ein Mensch hat dem nichts entgegen zu setzen.
      Ich pass jetzt wieder auf, damit meine Gedanken ganz im Hier und Jetzt sind.
      LG Susanne

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  3. Paula schreibt:

    Das ist wieder ein sehr interessanter Beitrag von Dir.
    Da möchten wir uns den Kommentaren von Chris und von Isi anschließen.
    Pass bloß weiterhin schön auf und sei vorsichtig! Schließlich wirst Du ja noch gebraucht!
    Liebes Wau Deine Paula und ihr kleines Rudel

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Paula,
      das mache ich! Pferde sind gute Lehrmeister. Im Umgang mit Pferden muss man immer ganz aufmerksam sein. Gegen 550 oder 650 kg ist ein Mensch ein kleiner Pups. Ich finde es sowies erstaunlich, dass so große Tiere, von einem Menschen überhaupt händelbar sind.
      LG Susanne

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  4. Elisabeth Berger schreibt:

    Liebe Susanne, du bist echt eine Gute! Du zeigst uns immer friedliche und schöne Bilder, da vergißt ein Pferdelaie wie ich, so schnell, daß es sich ja um Fluchttiere mit gewaltiger Kraft handelt. Ich sehe auch immer nur das Sanfte in den Pferden und wenn man in ihre wunderschönen Augen schaut, strahlen sie so viel Ruhe aus. Daß du sogar bei Bachus, der total nervenstark zu sein scheint, aufpassen mußt, hätte ich nicht gedacht!
    Achte immer gut auf dich❤️

    Einen lieben Gruß und gute Nacht😴
    Elisabeth

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Elisabeth,
      Pferde sind auch sanfte Tiere. Sie haben aber eine enorme Kraft und viel Gewicht. Ein Pferd würde einem Menschen nie mit Absicht etwas antun. Aber wenn der Fluchtreflex greift, ist das Pferd nicht mehr ansprechbar. Es springt unkontrolliert zur Seite oder stürmt kopflos davon. Da muss man sich manchmal mit einem Satz zur Seite retten. Ich war unaufmerksam, das hätte nicht passieren dürfen. Nun bin ich wieder ganz bei der Sache.
      LG Susanne

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  5. eddiesuperdog schreibt:

    toll geschrieben! Für Hunde gilt das ja auch – Raubtiere mit sehr scharfen Zähnen 🙂 nur wiegen sie deutlich weniger…
    Schon verrückt, dass es möglich ist, über die Artgrenzen hinweg mit puren Flucht- und Raubtieren sich so vertrauensvoll zu verständigen!

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  6. wolke205 schreibt:

    Hui, gut dass Du nur von ihm abgeprallt bist und Dich nicht doll verletzt hast!! Auch wenn die Pferd es nie böse meinen, aber Kraft ihrer Wassersuppe ziehen wir da immer den Kürzeren. Shaman ist ja auch so ein Kandidat. Meist geht er nur kurz in die Knie, wenn er erschrickt. Aber ab und zu springt er mich förmlich an und landet dann sehr ungünstig auf meinen Füßen..Knack.. knack… Ich glaub im Laufe meiner Pferdejahre war schon jeder kleine Knochen in den Füßen mal gebrochen. Besonders bei den ganz ruhigen Pferden passierte am meisten – irgendwann ist man einfach nicht mehr so aufmerksam wie bei den temperamentvollen und schon ist s passiert^^

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