Wie Pferde trinken

Bei uns steht den Pferden immer frisches und sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Sie können 24 Stunden, rund um die Uhr, zur Tränke gehen. Es gibt Pferdebesitzer, die meinen es genüge, wenn ein Pferd nur einmal am Tag Wasser bekommt. Sie glauben das reicht, weil Wildpferde in der Natur, auch nur einmal täglich zur Tränke gehen. Ich finde das nicht richtig. Erstens sind unsere Pferde keine Wildpferde mehr und zweitens ist Wasser wichtig, für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere.

Gerade für eine gut funktionierende Verdauung, spielt ausreichend Wasser eine große Rolle. Es kann leicht zu Koliken kommen, wenn ein Pferd zu wenig trinkt. Deswegen sollte man im Winter immer ein Auge auf die Wassertemperatur haben. Es gibt Pferde, die trinken nicht gern kaltes Wasser. Sie dursten lieber und das kann schnell zu Problemen führen. Ich gieße deswegen im Winter, so viel heißes Wasser auf die Tränken, bis es lauwarm ist. So mögen die Pferde in kalten Wintern ihr Wasser am liebsten.

Je nach Körpergröße braucht ein Pferd bis zu 60 Liter Wasser am Tag. Die Menge variiert je nach Jahreszeit, Temperatur, Haltung und Futter. Wenn Pferde auf einer saftigen Weide stehen, brauchen sie weniger Wasser, weil das frische Gras schon einen Teil des Wasserbedarfs deckt. Bei Heufütterung trinken Pferde mehr. An heißen Sommertagen steigt der Wasserbedarf ebenfalls an. Pferde trinken aber nur sauberes Wasser. Wenn sie eine grüne, stinkende Brühe in ihrer Tränke vorfinden, trinken sie nicht.

Tränken müssen immer schön sauber gehalten werden.

Wassertrog-schrubben

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Aber wie trinken Pferde? Sie saugen das Wasser in ihre Backentaschen. Dort sammelt es sich und kann geschluckt werden. Pferde saugen und trinken in mehreren Phasen. Zum Trinken senken Pferde den Kopf möglichst waagerecht zum Hals, um besser Schlucken zu können. Deswegen sollten Tränken nicht zu hoch angebracht werden. Bevor Pferde trinken, machen sie häufig Kaubewegungen und stecken die Zunge ins Wasser. Damit testen sie die Wassertemperatur. In der Saugphase pressen Pferde ihre Lippen fest zusammen und lassen nur eine kleine Öffnung. Mit der Zunge und den Backen saugen sie das Wasser an. Pferde saugen etwa fünf Mal, bevor die Schluckphase kommt. Sie heben dann den Kopf und schlucken das Wasser runter. In diesen Absetzphasen beobachten sie ihre Umgebung. In der freien Wildbahn lauern an Wasserstellen oft Jäger. Nur wer wachsam ist, kann rechtzeitig fliehen und überlebt. Dieses Verhalten steckt noch in unseren Hauspferden.

Trinken

Pferde brauchen Wasser für alle Körperfunktionen. Es sollte ihnen deswegen immer in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Wasserentzug ist für ein Pferd nicht gut aber auch, wenn es zu viel auf einmal trinkt. Darum sollte man immer auf sauberes und frisches Wasser achten.

Wasser

Miranda und Bachus lassen sich Zeit beim Trinken. Die Saug- und Schluckphasen wiederholen sich mehrmals. Hier sieht man Miranda, die den Kopf gehoben hat, ihre Umgebung beobachtet und das eingesaugte Wasser runter schluckt. Dabei läuft immer etwas Wasser wieder raus aus dem Maul.

Miranda-Wasser-2

Bei unserem Opa Bachus sieht das Trinken fast wie eine meditative Tätigkeit aus. Er lässt nach dem Trinken die Zunge aus dem Maul hängen, steht eine ganz Weile so da und horcht irgendwie in sich rein.

Trinken-2

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Über Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Mit unserem Blog wollen wir auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Wir kauften sie frei, schafften einen Platz für sie und retteten ihr damit das Leben. Der Blog berichtet aktuell über das neue Rentnerleben von Miranda. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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12 Antworten zu Wie Pferde trinken

  1. Isabella33 schreibt:

    Liebe Susanne,
    Dankeschön für diesen ausführlichen und bebilderten Bericht.
    Sehr interessant! Ich hoffe, Du hast einen Brunnen, denn Wasser ist teuer…
    Liebe Grüße Heidi mit Isi

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Wir haben keinen Brunnen, aber eine Klärgrube. Darum müssen wir kein teures Abwasser zahlen. Nur die Wartung der Kläranlage, zweimal jährlich kommt dazu. Das ist trotzdem etwas günstiger.
      LG Susanne

  2. Liebe Susa,
    es ist eigentlich klar, dass Tiere immer ausreichend Wasser zur Verfügung haben müssen, aber manche Menschen machen es sich leicht, indem sie einfach etwas anderes behaupten. Eine Nachbarin hatte früher ein Kaninchen, das bekam überhaupt kein Wasser. In der Zoohandlung hatte man ihr gesagt, dass es ausreicht, wenn das Tier öfter mal Gurkenstücke o.ä. wasserhaltiges Gemüse bekommt. Mein Einwand, dass wir auch trinken, wenn wir Durst haben und dass Kaninchen auch Nieren haben, die gespült werden müssen, kam bei dieser Frau nicht an. Klar kann man so ein armes Tier in der Wohnung laufen lassen, ohne dass es pinkelt und den Käfig muss man auch nicht so häufig säubern. Meine beiden Kaninchen haben reichlich getrunken und entsprechend viel haben sie gepieselt.
    Wenn man sich ein Tier anschafft, muss man auch bereit sein, vernünftig dafür zu sorgen.
    Für Dich bedeutet das richtig viel Arbeit, aber dafür hast Du glückliche Tiere.
    Wir wünschen Dir weiterhin viel Kraft für die viele Arbeit
    Edith mit Nera + Lila

  3. Chris schreibt:

    Ohje, die armen Pferdchen machen ja eine echte Wissenschaft aus dem Trinken. Das geht bei mir doch einfacher und schneller, ich „spucke“ auch nicht so viel 🙂 Aber schön, das mal zu lesen, vor allem, dass es echt Pferdehalter gibt, die ihren Tierchen nur einmal am Tag Wasser geben. Hier steht auch IMMER Wasser rum und ich nutze es, sobald ich Durst habe.

    Wuff-Wuff dein Chris

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Sei froh, dass du so schön schlabbern kannst. Sonst würde bei euch nach jedem Trinken die Küche schwimmen! 😉 Genau, Hunde haben auch IMMER Wasser zur Verfügung. Manche Pferdehalter machen es sich wohl gern einfach und rechtfertigen sich mit der „Wildpferdtheorie“.
      LG Susanne

  4. wolke205 schreibt:

    Trinken die zwei Hübschen denn noch genug? Shaman nimmt sehr wenig Wasser zu sich, seit je her. Aber wenn er aus der Box kommt möchte er welches. Wenn seine geliebte Gänsetränke nicht voll ist, dann hol ich ihm halt welches in einem riesigen Eimer 😀

    Bachus schaut wirklich aus, als wenn er dabei meditiert 😀 ❤

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Ja, die trinken beide genug. Ich muss jeden Tag die Tränke füllen. Vielleicht mag Shaman seine Tränke nicht. Du solltest die Gänsetränke in den Paddock schieben. 😉
      Es sieht total süß aus wie Bachus meditiert… 😉
      Knuddel ❤

  5. Paula schreibt:

    Wieder was dazugelernt.Danke für den interessanten Bericht und die Bilder.
    Unsere Bassets „vergessen“ nach dem Trinken gern mal,die Schnauze zuzumachen.Das sieht dann beinahe so aus wie auf Deinen Fotos.Und wenn dann noch die Ohren mit eingetaucht werden,wischen sie hinterher gleich den Boden.Besonders Bernadett schüttelt sich dann gern mal und Wasserspritzer und Sabber landen auf Möbeln und Wänden.Deshalb versuchen wir,sie möglichst nach dem Trinken abzutrocknen,was sie auch liebt. Manchmal säuft sie wohl nur, um hinterher abgetrocknet zu werden.Jetzt steht draußen endlich wieder ein Wassereimer,da trinken sie nicht mehr ganz so oft im Haus.Logo ist frisches sauberes Wasser drin,wobei sie auch ganz gern aus der Gießkanne oder aus Pfützen schlabbern.
    Da wo eine unserer beiden herkommt ist es draußen normal,dass die Hunde aus einem alten Plastikteich trinken müssen und erst dann Wasser aufgefüllt wird ,wenn sie nicht mehr dran kommen-grrrhh !

    Schön,dass Du jetzt wenigstens die Tränken nicht mehr aufzutauen und keine Eimer zu schleppen brauchst.
    Die Schafe sind beim Tränken doch wohl hoffentlich etwas anspruchsloser ?
    Liebe Grüße Uwe

    Liebe Grüße Uwe

    • Frauchen freut sich gerade, dass wir unsere kleineren Ohren beim Trinken nicht eintauchen, aber zum (dauernden) Küche wischen braucht sie kein extra Wasser, weil wir auch vergessen, unsere Schnauzen zuzumachen. Da läuft so einiges raus 🙂
      Schlabberbussis Nera + Lila

    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Hallo Uwe,
      ein mit den Ohren den Boden wischendes Schlappohr fehlt hier auf alle Fälle noch. Chica hat zwar große Podenco-Ohren, aber wischen kann sie damit nicht. Campa, mit ihren dreieckigen Terrieröhrchen, sowieso nicht. Hier muss immer ich wischen, zwar nicht mit den Ohren, aber trotzdem. 😉
      Ich kenne auch Leute die ihren Hunden kein Wasser geben. Diese Hunde hausten in verdreckten Zwingern und wir hatten sie in einem sehr heißen Sommer von der Feuerwehr tränken lassen. Das war eine ganz üble Geschichte. Manche Menschen haben ihren Kopf garantiert nicht zum Denken… 😦
      LG Susanne
      PS: Schafe sind in allem anspruchslos, aber frisches Wasser brauchen sie natürlich auch. Nur ist die Tränke bei denen so ein kleines Miniteil. 😉

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