Tierschutz endet an der Gemeindegrenze

Oder: Verlass dich auf niemanden!

Es geht um die Katzen Pisa und Mary.

Pisa ist die letzte Katze, die von blöden Tiermessies unversorgt zurück gelassen wurde. Die Geschichte begann 2006 und sollte sich etliche Jahre hinziehen. Es waren 100 – 150 Tiere, so genau wusste das niemand. Nach einer Nacht-und-Nebel-Aktion der Messies, belagerten die hungrigen Katzen mein Haus.

Ich richtete Futterplätze auf dem vermüllten Messie-Grundstück ein.

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Da ich unmöglich allein mit dieser Katzenflut fertig werden konnte, halfen verschiedene Tierschutzvereine, mit Futterspenden. Es waren sowieso schon viele Tierschützer in diesen Fall involviert, da es fast aussichtslos erschien, die Tiermessies zu stoppen. Dass die Tiermessies auch elende Vermehrer von Hunden, Katzen, Pferden, Ziegen und Kaninchen waren, ist eine andere Sache. Dass sie regelmäßig einen Haufen Welpen und Fohlen verkauften, die Muttertiere aber unter katastrophalen Bedingungen leben mussten, ist auch eine andere Geschichte. Auch dass das Veterinäramt, Ordnungsamt, die Polizei und sonstwelche offiziellen Stellen nichts gegen diese Leute unternahmen, soll hier auch nicht erzählt werden. Ich muss nur so weit ausholen, weil Außenstehende sonst den Zusammenhang meiner Geschichte nicht verstehen können.

Ich war also plötzlich Pflegestelle für die vielen zurück gelassenen Katzen. Die Tierhilfe übernahm die Futter- und Tierarztkosten. Viele Tiere waren krank, unkastriert und extrem scheu. Etliche starben wie die Fliegen.

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Die vermittelbaren Katzen konnte ich mit Hilfe von Tierschützern in ein neues Zuhause vermitteln. Das dauerte mehrere Jahre. Der Rest (krank, scheu, verhaltengestört, behindert etc.) blieb hier. Ich war die Pflegestelle für die „Messie-Katzen“. Versorgte und kümmerte mich, die Tierhilfe übernahm die Kosten. Darunter war auch Pisa, die behindert und chronisch krank ist. Pisa hat Katzenaids. Bei ihr ist die Krankheit ausgebrochen. Manchmal hat sie schlechtere Zeiten, manchmal bessere. Pisa ist eine Kämpferin und sie will leben und hat Freude am Leben! Die anderen „Messie-Katzen“ sind im Laufe der Jahre alle gestorben.

Als im Dezember 2013 Mary zulief, holte ich mir das OK von der Tierhilfe, dass auch für diese Katze die Kosten übernommen werden. Das bekam ich auch. Ich muss dazu noch kurz erklären, dass unser Ort zu einem anderen Landkreis gehört. Die Tierhilfe ist für den angrenzenden Landkreis zuständig. Bei der Tierhilfe wechselte mehrmals der gesamte Vorstand. Die alten Mitglieder von damals, sind heute nicht mehr im Verein. Dort kennt niemand mehr persönlich den Messie-Fall und wie hart wir damals um die Tiere gekämpft haben.

Als ich jetzt wieder Futter für die Katzen brauchte, erklärte mir die 1. Vorsitzende, dass sie für mich nicht zuständig seien. Ich wohne schließlich in einem anderen Landkreis und sie könnten auch nicht jede Katze retten. Nun gibt es kein Futter mehr für Pisa und Mary. Auch Tierarztkosten muss ich in Zukunft allein tragen. Komischerweise, wollte mir die selbe 1. Vorsitzende noch im April, 5 halbwilde Katzen aufs Auge drücken. Die sollte ich nehmen, da ich ja genug Platz hätte. Sie hätten die Kosten für die Tiere übernommen. Ich lehnte aber ab, da ich nicht noch mehr Tiere aufnehmen möchte. Es ist schon hart genug, für die Tiere die auf dem Gnadenhof leben, anständig zu sorgen. Fünf halbwilde Katzen würden ja nun keine Arbeit machen, erklärte mir die Frau. Ich blieb bei meinem nein. Sicher hat die Erkenntnis, dass ich in einem anderen Landkreis wohne, nichts mit meiner Entscheidung zu tun, fünf halbwilde Katzen nicht zu nehmen.

Wie auch immer, nun haben sie Pisa und Mary einfach aus der Versorgung gekickt…

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Über Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Daraus ist 2015 der gemeinnützige Tierschutzverein "Tierhilfe Miranda e.V." geworden. Miranda bekam Freunde dazu und nun kümmern wir uns ausschließlich um alte und unvermittelbare Tiere. Mit unserem Blog wollen wir auch auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Nur weil wir sie freikauften, einen Gnadenbrot-Platz für sie schafften, retteten wir ihr das Leben. Der Blog berichtet aktuell über Mirandas neues, artgerechtes Rentnerleben. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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21 Antworten zu Tierschutz endet an der Gemeindegrenze

  1. Isabella schreibt:

    Liebe Susanne,
    du hattest mir mal von der „Sache“ erzählt – schrecklich!!!
    Aber dass die 1. Vors. dir erst 5 Katzen überhelfen wollte, und nun plötzlich nicht mehr für dich zuständig ist, das ist unvorstellbar. Kannst du nicht eine Eingabe machen?
    Menno, wo willst du denn nun auch noch die Tierarztkosten und das Futter für die beiden Katzen hernehmen? Ich bin stinksauer!
    Aber du weisst schon, dass es immer irgendwie weiter geht?
    Liebe Grüße Heidi

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Heidi,
      ich hab ja kein Anrecht auf deren Hilfe, bin von dem Goodwill der Tierhilfe abhängig. Wenn der Vorstand wechselt, können sich auch die Ansichten ändern. Aber wie Du geschrieben hast: Es geht immer weiter. Karin hat, als sie von der Geschichte erfuhr, spontan die Patenschaft für Mary übernommen! Das ist schon eine sehr große Erleichterung!
      LG Susanne

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  2. Fellmonsterchen schreibt:

    Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Bei der Vorsitzenden scheint das Wohl der Tiere nicht immer an 1. Stelle zu stehen. 😦 Ich meine, allein schon diese Argumentation mit dem anderen Landkreis, das ist herzlose Bürokratie pur. Tierelend kennt leider keine Grenzen, dachte, dass zumindest Menschen, die sich dem Kampf gegen Not und Elend verschrieben haben, nicht so grenzfixiert denken.
    Musst Du wohl auch noch Katzenfutter auf Deine Wuli setzen…

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Tierschützer sind sich oft nicht grün untereinander. Da gibt es leider viel Zank und Streit. Das geht schon in den Vereinen los. Dann hackt auch noch der eine Verein auf dem anderen rum. Richtig zusammen arbeiten können die wenigsten. Einige dieser Tierschützer wollen sich nur selbst profilieren. Denen geht es ums RECHT HABEN, aber nicht wirklich um die Sache. Ich mag mich nicht mehr mit solchen Menschen auseinander setzen. Da kommt sowieso nix bei raus, nur endloses Gestreite und böse Worte.
      LG Susanne
      PS: Das mit der Wunschliste ist eine gute Idee! Ich werde gleich mal Evette Bescheid geben. 😀

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      • Fellmonsterchen schreibt:

        Habe ja auch so meine leidvollen Erfahrungen mit dem Hamburger Tierheim gemacht, und Leute mit Profilneurose gibt es überall, und ich habe auch den Eindruck, dass einige, weil sie sich für etwas engagieren (was ja auch ganz viel Anerkennung verdient), für was Besseres halten und auch nur ihren Weg für den einzig wahren ansehen. Aber so’n vorgeschobener Grund mit dem anderen Landkreis… Na ja, das ist schon sehr billig.

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  3. ericasta schreibt:

    Hat dies auf ericasta rebloggt und kommentierte:
    So ist das ….

    …. traurig zu lesen und es macht mich zornig. Vielleicht teilen noch andere meinen Zorn, damit diese Geschichte publik wird und etwas positives passiert!

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  4. ericasta schreibt:

    Es treibt mir die Tränen in die Augen, einerseits aus Trauer darüber, was Menschen den Tieren antun und auch aus Zorn! Danke, dass Du uns hierzu informierst. Ich habe den Bericht weiter gebloggt.

    LG von Heidrun

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Heidrun,
      ich danke Dir fürs Rebloggen! 😀
      Es ist wirklich unfassbar, was ein uneinsichtiger Mensch Tieren antun kann. Die Katzen, Hunde und die anderen Tiere mussten enorm unter den Tiermessies leiden. Viele haben es nicht überlebt und die da raus kamen, blieben ihr Leben lang gestört. Es war sehr schwer das Elend mit anzusehen.
      LG Susanne

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  5. Christiane schreibt:

    Solche Geschichten sind kein Einzelfall. Sie häufen sich. Aber bitte: wer kauft aus so einer asozialen Haltung ein Tier? Das ist ein Fall für das Veterinäramt und wenn die keine Handhabe hatten einzuschreiten verstehe ich gar nichts mehr.
    Und wenn Tierschutz darin ausartet, dass man kleine Erpressungsspielchen mit denen spielt, die die an der Front alles tun, was in ihren Kräften steht, bestärkt mich das in meiner Auffassung, Tierschutz- oder Tierrechtsorganisationen, gleich welcher Art, erst einmal eine große Portion Misstrauen entgegenzubringen. Alles Gute für Deine Miezekatzen.
    Christiane

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Hallo Christiane,
      ich habe mich auch nur gewundert, wieso auch nur ein Mensch bei diesen Typen gekauft hat. Die herzlosen Vermehrer verkauften ihre Welpen auf Parkplätzen, Pferdeweiden oder bei Bekannten in deren Garten. Auf das Messie-Grundstück und ins Haus ließen sie niemanden. Man kann sich denken warum… Jedes Wochende fuhren sie mit ihren mit Welpen voll beladenen Autos los und kamen ausverkauft wieder. Keiner der Käufer machte sich Gedanken, wo eigentlich die ganzen ängstlichen und verstörten Welpen her kamen.
      Zu den Tierschützern: Es sind ja nicht alles so. Es gibt auch wirklich tolle Menschen, die den Sinn und Zweck ihrer Arbeit nicht aus den Augen verlieren. Es gibt Vereine und auch einzelne Tierschützer, die absolut gute Arbeit leisten und die es verdient haben unterstützt zu werden. Eine gesunde Portion Misstrauen ist gut, aber auch helfen, wo Hilfe wirklich an kommt, ist gut.
      Liebe Grüße
      Susanne

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      • Shaoshi schreibt:

        Hallo,
        wer sich mal so ganz spontan einen Welpen aus einem Auto kauft, der macht sich natürlich keine Gedanken, wo die Tiere herkommen …
        Das sind echt krasse und traurige Geschichten, die du da erzählst. Die armen Tiere …
        LG
        Shaoshi

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        • Hilfe für Miranda schreibt:

          Ne, die Welpenkäufer machten sich keine Gedanken. Leider unterstützten sie damit solch skrupellosen Vermehrer. Die Hündinnen wurden hier in fensterlosen Verschlägen und ähnlichem gehalten. Sie hatten kaum Kontakt zum Menschen und wurden nur sporadisch mit Futter und Wasser versorgt. Es hätte schneller ein Ende gehabt, wenn niemand einen Welpen gekauft hätte.
          LG Susanne

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  6. kallehd schreibt:

    Liebe Susanne,

    danke dir für diesen informativen Artikel. Auch dies gehört erwähnt und publik gemacht, denn Tier- oder katzenliebe kann auch manchmal schlimme Formen (hier Messietierhalter) annehmen. Und innerhalb von Vereinen gibt es auch verschiedene Menschen; somit ist nicht immer gewährleistet, dass alles nur zum Wohl der Tiere gemacht wird. Kommt noch zusätzlich die Bürokratie hinzu (hier Ländergrenzen), dann wird es besonders schwierig. Gut, dass du nicht davon abbringen lässt, um Tiere zu kümmern, auch wenn solche Stellen dir Steine in den Weg legen, und die Hilfe erschweren. Ich kenne dies auch, und aus den Erfahrungen mit anderen Vereinen (die sich nicht im Tierschutz engagieren) weiss ich, dass es oft zu Rivalitäten kommt – wie bei Katzen :).

    Liebe Grüsse kalle und einen schönen Sonntag

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  7. Ruthie schreibt:

    Das ist eine sehr traurige Geschichte, aber gut zu wissen, was es so alles gibt 😦

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  8. Karl schreibt:

    Das hat zeimlich sicher nichts mit der Grenze zu tun. Es ist wie üblich Vereinsmeierei und das alte tit for tat Spiel. Lässt Du mich nicht mit Deinem Feuerwehrauto spielen, nehme ich Dir Dein Schäufelchen weg. Sandkastengehabe eben. Aber in Vereinen und gefühlt in Tierschutzvereinen ziemlich verbreitet. Es geht nicht darum, dass Du einen guten Grund hattest, die wilden Katzen zusätzlich aufzunehmen, es geht draum, dass Du abgelehnt hast und das kann man nicht „ungestraft“ lassen. Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Suche nach anderen Möglichkeiten , die Versorgung sicher zu stellen und sage ein Danke für Dein Engagement.

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Damit wirst Du sicher recht haben. Ich mache mir lieber nicht so viele Gedanken darüber. Wünsche den betreffenden Menschen nur die Erleuchtung, die sie brauchen. Am Ende hat sich doch wieder alles zum Guten gewendet. Pisa & Mary haben eine liebe Patin bekommen und ich bin ganz froh, die betreffenden Damen los zu sein. Veränderung ist nicht immer schlecht. 😉
      LG Susanne

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