Viel Arbeit

Pferdehaltung bedeutet IMMER viel Arbeit, auch schwere körperliche Arbeit. Egal ob Winter oder Sommer. Das ganze Jahr, jeden Tag, auch Sonn- oder Feiertags, muss ich mehrere Stunden am Tag die Pferde versorgen. Wer sein Pferd im Reitstall eingestellt hat, bezahlt dafür mehrere 100 Euro im Monat.

Im Winter wird jeden Tag der Stall gemistet. Das ist anstrengend, weil so viel Mist auf kleiner Fläche anfällt. Mit der Einstreu zusammen, kann so ein Haufen mehrere Kilo wiegen. Die Schubkarre ist schwer und muss zum Misthaufen gefahren werden.
Die Pferde bekommen alle zwei Stunden Heu. Sie müssen immer Heu zur Verfügung haben. Pferde haben einen kleinen Magen. Sie müssen den ganzen Tag und auch in der Nacht, kleine Portionen fressen. So ist ihre Verdauung angelegt.
Wenn ich Heu füttere, muss das 2 Stunden in Wasser eingeweicht werden. Miranda hat eine Stauballergie und soll möglichst keinen Heustaub einatmen. Im Winter macht es besonders viel Spaß, mit Wasser rumzupütschern. Bei Frost kann man zusehen wie die Hände verschrumpeln, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen. Es ist auch vollkommen unmöglich, das eingeweichte Heu, so zu den Pferden zu bringen, dass man dabei trocken bleibt.
Im Winter muss den ganzen Tag auf die Tränken geachtet und das Wasser immer wieder aufgetaut werden.

Trinken-2

Im Sommer wird jeden Tag die Weide abgeäppelt. Das ist nicht weniger anstrengend, als im Winter die Boxen zu misten. Denn jetzt sind die Wege lang, die ich zurücklegen muss. Die Pferde äppeln ja überall hin. Der Weg mit der vollen Karre zum Misthaufen ist lang…

Weide-Pferdeäppel-2

Abäppeln-b

Schon im Frühjahr kommt die Sense zum Einsatz. Der Zaun muss regelmäßig vom wachsenden Grünzeug freigehalten werden. Sonst ist nicht mehr genug Strom drauf, wenn zuviele Pflanzen an die Litze wachsen. Außerdem gibt es immer Stellen, wo die Pferde einfach nicht fressen wollen. Hier wachsen schnell Brennesseln und Disteln hoch. Die müssen regelmäßig gesenst werden. Abgesenst und leicht angetrocknet, fressen die Pferde auch diese Pflanzen gern. Das Sensen ist eine körperlich schwere Arbeit. Zuerst geht es, aber je länger ich die Sense schwinge und je wärmer es ist, um so fertiger bin ich hinterher.

Weide-Sense

Im Frühjahr müssen die Pferde aus ihrem Winterpelz geputzt werden. Das ist auch eine mühsame Angelegenheit. Jeder Pferdehalter kann mir das bestätigen. Ihr glaubt nicht, was da an Haaren runter kommt. Davon könnte man glatt ein drittes Pferd stricken.

Egal ob Sommer oder Winter, das Tränke schrubben gehört auch zu einer wichtigen Aufgabe.

Wassertrog-schrubben

Die Bürste für Mädchen… 😉

Wassertrog-schrubben-nah

Und anschließend wieder frisches Wasser reinfüllen. Mit kleinem Regenbogen über dem Wassertrog. Könnt ihr den sehen?

Wasser-2

Dazu kommen weitere Arbeiten wie z.B.: Müsli füttern, Pferde putzen, Hufe auskratzen, Zaun reparieren, Äste etc. nach einem Sturm von der Weide sammeln usw.

Ich bin also jeden Tag, und ich meine wirklich JEDEN TAG, ein paar Stunden damit beschäftigt, unseren beiden Rentnern, ein gutes Leben zu schenken. Meine Lebenszeit gebe ich den Pferden. Dies mache ich ohne etwas zurück zu erwarten. Selbstlos sozusagen! Es ist oft anstrengend, manchmal schwer, doch trotzdem erfüllt es mich mit einer tiefen inneren Zufriedeheit. Auch wenn alle Knochen weh tun, die Haut kaputt gefroren ist, ich nach dem Sensen von der Weide krieche, ich weiß wofür ich dies alles mache. Ich habe zwei wunderbare Lebewesen vor dem Tod gerettet und würde es immer wieder tun.

Verliebt-2

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Über Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Daraus ist 2015 der gemeinnützige Tierschutzverein "Tierhilfe Miranda e.V." geworden. Miranda bekam Freunde dazu und nun kümmern wir uns ausschließlich um alte und unvermittelbare Tiere. Mit unserem Blog wollen wir auch auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Nur weil wir sie freikauften, einen Gnadenbrot-Platz für sie schafften, retteten wir ihr das Leben. Der Blog berichtet aktuell über Mirandas neues, artgerechtes Rentnerleben. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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24 Antworten zu Viel Arbeit

  1. Isabella schreibt:

    Liebe Susanne,
    eigentlich weiss jeder, der sich ein ganz klein wenig mit Pferden beschäftigt, welch Arbeit du leistest. Trotzdem finde ich es gut, dass du hier ziemlich ausführlich darüber berichtest. Ich bewundere dich, und du hast meinen allergrößten Respekt!!!!!
    Du hast noch vergessen zu schreiben, dass immer die Angst im Nacken sitzt, dass das Geld nicht reicht, oder du selbst mal „richtig“ krank wirst.
    Auf jeden Fall hast du dir eine wundervolle Lebensaufgabe gesucht!
    Du bist eine Lebensretterin, was nicht jeder von sich sagen kann.
    Liebe Grüße Heidi,
    mit zustimmenden Wuffi’s von Isi

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Heidi,
      ich glaube nicht dass Menschen aus der Stadt wissen was Pferdehaltung bedeutet. Es gibt genug Reiter, die ihr Pferd in einem Stall mit Vollversorgung stehen haben. Die haben ihr Pferd noch nie selbst versorgt. Mit meinem Bericht kann jeder den es interessiert ein Bild machen, wie viel Arbeit dahinter steckt.
      Die Angst ob das Geld reicht ist immer da. Das erschwert mir meine Alltag oft. Wenn ich diese Sorge los wäre, das wäre zu schön!
      Danke für Deine lieben Worte! Ich kann Deine Anerkennung nur an Dich zurück geben. Du hilft wo Du kannst, obwohl Ihr selbst nicht viel habt! Du bist ein großes Vorbild für alle, die wissen wollen, was Menschlichkeit ist. Viele die ihre Hilfe zusagten haben sich schon lange aus dem Projekt herausgeschummelt. NIcht alle Menschen halten eine Aufgabe lange durch. Die meisten sind sprunghaft. Doch bei einem Tierschutzprojekt wie dieses muss man zuverlässig sein! Wenn ich mir jede Woche ein anderes Ziel sezten würde, hätten die Pferde kein Zuhause…
      Liebe und dankbare Grüße
      Susanne

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  2. kowkla123 schreibt:

    ich glaube dir, da ist echt viel zu tun, wünsche eine gute Woche, Klaus

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  3. einfachtilda schreibt:

    Liebe Susanne, das ist harte und viel Arbeit. Wie du das alles schaffst, darfst ja gar nicht krank werden. Meine Bewunderung !!!

    GLG Mathilda ❤

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  4. wolke205 schreibt:

    Ich bin immer wieder begeistert mit welchem Elan Du auch all diese Aufgaben meisterst. Aus Erfahrung weiß ich nur zu gut wie schwer das alles allein ist. Dafür können wir Dir gar nicht genug danken ❤ Was ist eigentlich Dein schönster "Stall-Moment" am Tag? Für mich war es immer früh morgens, wenn die Pferde genüsslich ihr Heu geknabbert haben. Eine himmlische Ruhe und ein Moment zum Genießen 🙂 Dicht gefolgt von den Pferden die kurz später fröhlich auf die Weide galoppieren^^

    Knuddel ❤

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Danke Wölkchen! ❤
      Ich wollt mich mit diesem Bericht nicht beweihräuchern, wie viel ich doch tue… Jammer wollte ich auch nicht. Ich wollte nur mal erklären, was alles an Pferdehaltung dran hängt. Wer kein Pferd hat, weiß das nicht. Vielleicht denken manche "Die macht sie da auf ihrem Hof ein schönes Leben". Eure Hilfe brauche ich, weil ich schon so viel machen muss und den Pferden so viel gebe. Da ist nicht viel mit Freizeit und mal länger weg sein. Ich bin hier die Hauptperson und Ihr alle seid meine wichtigsten Helfer! Sonst geht es nicht, da ja kein Verein hinter mir steht. Wir müssen so zusammen halten und ich weiß nicht, ob das in letzter Zeit noch so gut funktioniert. Einige frühere Unterstützer haben offensichtlich das Interesse verloren und wollen nur noch unterhalten werden.
      LG Susa

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Mein schönster Moment ist wenn Miranda in Kuschelstimmung ist! Dann ist sie ganz sanft und zärtlich. Was man einem so großen Tier gar nicht zutrauen würde. Bachus ist immer etwas grobmotorisch. Miranda passt immer sehr auf, dass sie mir nicht ausversehen weh tut. Das ist sooo toll! 😀

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  5. meintagesablauf schreibt:

    Ich find es gut, das du das mal alles aufgeschrieben hast, so bekommen wir ein wenig ein Bild davon, was du täglich leistest.
    LG Gabi

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  6. Liebe Susanne,
    Du könntest echt mehr Hilfe gebrauchen. Körperlich und finanziell.
    Ich habe „nur“ 2 Hunde zu versorgen und mein Körper schmerzt im Moment so richtig. Durch mein blödes Rheuma schafft es mich, rund um die Uhr das Blutohr meiner Lila zu verbinden und sie in ihren Schmerzanfällen zu beruhigen. Muss jetzt endlich meine Nera kämmen, Lila´s Fell verzeit längere Pausen besser. Hab das wegen der Schulterschmerzen verschoben.
    Du kannst nix oder kaum was verschieben. Bewundere Dich, wie Du das alles schafft, obwohl Du sicher oft „auf dem Zahnfleisch“ gehst.
    Schicke Dir ständig gute Wünsche für mehr Hilfe, funktioniert aber nicht so doll. Es sind immer die selben, die was geben und zwar die, die selbst nicht so viel haben. Diejenigen, die leichter spenden könnten, WOLLEN nicht reagieren.
    Ich habe immer noch den Geburtstag und die Angebote von Zooplus „im Visier“. Wär wirklich schön, wenn mal neue Spender was auf Dein Konto überweisen würde. Die Rentner feiern dann ja auch ihren 3. Geburtstag bei Dir.
    Aufruf an alle, die NUR gute Wünsche schicken: Schickt auch mal ein PAAR EURO !!!
    Egal, welch kleiner Betrag, es ist nur PEINLICH, NICHTS zu tun !!!
    Nochmal ganz viele gute Wünsche
    Nera, Lila + Edith

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Ach man, arme Edith! Du bräuchtest auch dringend Hilfe! Wenn nicht die Entfernung wäre, würde ich Dir gern mit den Hunden helfen und auch so. Es bricht sich niemand einen Zacken aus der Krone, wenn er mal beim Fensterputzen oder so hilft. Wir sollten alle mehr auf unsere Mitmenschen achten. Durch kleine Hilfen können Menschen mit chronischen Schmerzen viel besser durch den Alltag kommen.
      Sonst hast Du vollkommen recht mit dem was Du geschrieben hast!
      Ich wünsche Lila gute Besserung fürs Ohr und Dir eine schmerzfreie Zeit!
      LG Susa

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  7. Fü(h)rPferd schreibt:

    Hi Susanne,
    fütterst du wirklich alle 2 Stunden? Das ist ja der Hammer! Vielleicht eine kleine Erleichterung beim Heu-Wässern: stopf das trockene Heu in ein Netz und wässer es dann in einem Bottich. Dann kannst du das Heu komplett rausziehen und musst nicht mit den Händen rein. Bei kleinen Portionen klappt das ganz gut, und geht auch schneller.
    Meine Kleine steht jetzt auch auf der Sommerweide. Was im Winter das Abäppeln und füttern, ist jetzt das Futter schleppen und tränken. Denn wir haben da kein fließend Wasser… aber das ist zu schaffen. Und es ist so schön zu sehen, wie fröhlich die Herden sind!
    Ich wünsche dir noch viel Spaß mit deinen Rentnern!
    akki

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Danke Akki. Ich weiß, viele Pferdehalter füttern nur 1 x täglich Heu oder wenns hoch kommt 2 Mal. Genau so viele stellen kein Heu zur unbegrenzten Aufnahme zur Verfügung. Aber man sollte sich mit den Bedüfnissen eines Pferdes auseinader setzen, bevor man es sich anschafft. Das sind nun mal Bewegung und ständige Nahrungsaufnahme. Dafür ist der Organismus eines Pferde ausgelegt. Fresspausen ab 4 Stunden sind schon gefährlich. Pferde machen viel mit, sie leiden stumm. Mich wundert es wie lange das gut geht. Ich beobachte das auch hier in der Nachbarschaft. Meine Pferde werden immer so gut wie möglich versorgt. Dafür höre ich mir auch von anderen Menschen an, ich würde mich mit meinen Pferden anstellen! 😉

      Schön dass Deine Kleine jetzt auch auf der Weide ist.
      LG Susanne

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  8. Fellmonsterchen schreibt:

    Huhu… Ich möchte mal wieder was von Deiner Amazon-Wuli bestellen. Was brauchst Du zurzeit am dringendsten? (Zähl mal bitte zwei, drei Artikel auf.)
    Habe übrigens vor ein paar Tagen über Deinen Zooplus-Link bestellt, hoffe, das hat geklappt.

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  9. Das ist super vom Fellmonster-Bestellservice. Ich hoffe, das Futter reicht bis zum Zooplus-Geburtstag. Dann gibts von mir eine Sendung.
    Sorry, habs ja auch nicht so dicke und bin daher ein Sparfuchs. Das was es an Rabatten gibt, kann ich dann mehr bestellen.
    Noch ein Tipp an alle: Die Wunschliste ist klasse, aber seit es den Zooplus-Button gibt, nehmt doch die Amazon-Wuli als Anregung für eine Spende und schaut, was es davon bei Zooplus gibt. Oft ist es da noch günstiger und so helft ihr doppelt.
    Wär doch schön, wenn wir gemeinsam Susa zum 3. Geburtstag des Gnadenhofs etwas finanzielle Luft verschaffen könnten.
    Auch eine Bestellung über den Zooplus-Button für die eigenen Tiere bringt 4 % vom Netto-Bestellwert. Alles hilft.
    Ich weiß, ich wiederhole mich, aber einige sind hier sehr träge.
    Die Lieben, die ihr Möglichstes tun, meine ich natürlich nicht.
    LG Nera, Lila + Edith

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  10. Gute Idee und im Zweifelsfall bei Susa nachfragen, was ganz dringend benötigt wird.

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