Wie rücksichtsvoll bist du?

Gestern hatten wir hier ein richtiges Horror-Erlebnis!

Ich war gerade mit dem Stall ausmisten fertig und brachte Heu zu den Schafen. Da hörte ich ein riesen Spektakel: Hundegebell und die Pferde galoppierten panisch über die Weide. Ich konnte Miranda bis zu mir schnaufen hören. Da sah ich auf dem am anderen Ende der Weide anschließendem Grundstück, wie zwei große Hunde Enten jagten.
Ich wusste, dass das Haus vermietet war und diese Mieter mitten im Auszug steckten. Sie waren nur noch ab und zu bei dem Haus, hatten aber noch ihre Hühner und Enten auf dem Grundstück.

In der Annahme, dass niemand bei dem Haus war und den Enten helfen konnte, ging ich mit einem Stock bewaffnet zum Ende der Weide. Es dauerte eine Weile, bis ich ganz hinten angekommen war, denn die Weide ist lang. Die beiden Hunde, ein schwarzer Schäferhund-Mix und ein Colli-Mix, hatten eine der Enten zu fassen bekommen. Ich konnte sehen, wie diese immer wieder heftig mit den Flügeln schlug. Ab und zu schaffte sie es sich zu befreien und flatterte mit nur noch einem Flügel in den Graben. Der Schäferhund fischte sie immer wieder raus, biss in die Ente und rupfte Federn raus. Der Colli stand davor und bellte. Die Pferde waren völlig durch den Wind und galoppierte in Kreisen auf der Weide rum.

Endlich kam ich ans Ende der Weide, doch dort ist ein Graben und ich kam nicht weiter.
Also schrie ich die Hunde von dieser Seite an: „Hey, aus! Pui ist das! Verpi… dich!!!!“
Der Collie lief etwas zurück und bellte mich von dort aus an. Der Schäferhund schaute kurz auf und nahm weiter die Ente auseinander. Die schaffte es noch einmal in den Graben zu flüchten, wo sie flach auf dem Wasser lag. Da kamen zwei junge Frauen auf die Wiese und guckten sich die Szene an. Nachdem ich herüber gerufen habe, sie sollten endlich ihre Hunde anleinen, nahm die eine den Colli-Mix und verschwand hinterm Haus. Die andere rief zum Schäferhund: „Aus – aus – aus ….“ Tatsächlich kam der ein paar Schritte aus dem Graben raus und sie sagte:“Platz“.
Der Hund legte sich kurz hin, sie nahm ihn aber nicht an die Leine oder hielt ihn am Halsband fest. Im nächsten Moment sprang der Schäferhund auf und ging wieder auf die Ente. Nachdem ich noch einmal über den Graben gebrüllt hatte, nahm sie endlich ihren Hund am Halsband und zerrte ihn hinters Haus.

Nun waren beide Frauen samt Hunde verschwunden. Ich konnte nicht sehen wo sie abgeblieben waren, da mir das Haus die Sicht nahm. Ich war immer noch in der Annahmen, dass es unachtsame Spaziergängerinnen waren, die nicht auf ihre Hunde aufgepasst hatten und sich nun vom Acker gemacht hatten.

Was mit der Ente war, ob die noch lebte und vielleicht schwer verletzt im Graben lag, konnte ich von meinem Standort aus nicht erkennen. Also ging ich zum Haus zurück und rief die Eigentümerin des Hauses an. Ich sagte zu ihr: „Du musst bitte deinen Mietern Bescheid sagen, da haben eben zwei Hunde deren Enten gerissen. Ein Tier liegt eventuell verletzt im Graben“
Vermieterin: „Danke, ich rufe dort sofort an.“

Einige Minuten später klingelt mein Telefon, die Hauseigentümerin ist dran. Sie sagt: „Ich habe eben mit meiner Mieterin gesprochen. Sie ist gerade bei dem Haus und hat ihren Hund dabei. Eine Freundin von ihr ist auch dort, die hat ebenfalls ihren Hund dabei. Ihre Freundin hilft ihr beim Hühnerstall sauber machen. Meine Mieterin sagt, da wurde keine Ente gerissen. Der Hund von ihrer Freundin ist noch jung, der hat nur mit der Ente gespielt. Das ist nicht schlimm.“

Ich bin echt fassungslos über so viel Rücksichtslosigkeit!
Die beiden Frauen hatten nicht mal nachgeschaut, was denn überhaupt los war. Obwohl die Hunde bellten und die Enten geschrieben haben! Immer wieder wurde die Ente von den Hunden gepackt und hat dabei echte Todesangst ausgestanden! Schließlich wird es der Ente auch das Leben gekostet haben, nehme ich an.
Dazu sind meine Pferde panisch geworden und galoppierten wild auf dem rutschigen Boden rum!

Jeder Hundebesitzer ist verpflichtet aufzupassen, dass sein Hund kein anderes Tier jagd oder totbeisst. Außerdem ist es doch selbstverständlich, dass wenn man einen Hund hält und auch noch andere Tiere hat, alle Tiere schützt. Dieser Hund hat ganz eindeutig gejagt und in tötungsabsicht gehandelt. Der hat nicht nur ein klein bisschen mit der Ente gespielt, wie die Frau das geschehene verharmlost. Solch ein Hund darf einfach nicht ohne Aufsicht auf dem nicht eingezäunten Grundstück laufen. Die Nachbarn haben schießlich auch Tiere!

Was die Sache in diesem Fall nicht besser macht. Diese Leute, es ist übrigens eine Familie mit kleinen Kindern, haben jetzt schon den 3. Hund. Immer wenn sie mit dem Vorgänger nicht mehr klar kamen, wurde der wegegeben. Kurze Zeit später hatten sie dann einen anderen Hund!

Solche Hundehalter können das Ansehen aller Hundehalter in den Dreck ziehen! Ich bin wirklich dafür, dass diese Menschen keinen Hund mehr halten dürfen! Es ist ja schon so oft bei denen schief gegangen und sie zeigen sich als äußerst lernresistent.

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Über Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Daraus ist 2015 der gemeinnützige Tierschutzverein "Tierhilfe Miranda e.V." geworden. Miranda bekam Freunde dazu und nun kümmern wir uns ausschließlich um alte und unvermittelbare Tiere. Mit unserem Blog wollen wir auch auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Nur weil wir sie freikauften, einen Gnadenbrot-Platz für sie schafften, retteten wir ihr das Leben. Der Blog berichtet aktuell über Mirandas neues, artgerechtes Rentnerleben. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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10 Antworten zu Wie rücksichtsvoll bist du?

  1. droegeh schreibt:

    Ja, liebe Susa!
    Alles was dazu zu sagen ist, schriebst du ja schon. Nicht die Hunde sind die Täter, sie folgen nur ihrem Instinkt, in dem der Wolf zutage tritt. Es sind die Halter, die ihre Hunde erziehen müssen oder nur noch an der Leine führen dürfen.
    Aber die Hunde sind ja so süß, tun niemanden etwas, so die Kommentare. Egal ob Maus oder Reh, um jedes Tier ist es traurig wenn es von einem Hund erlegt oder verletzt wird.
    Sei trotzdem ermutigt und lieb gegrüßt vom HEIKO

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  2. Christiane schreibt:

    Lieber Heiko, liebe Susanne,
    ich bin auch fassungslos. Aber wie richtig geschrieben, müssen wir Menschen Verantwortung übernehmen. Die, die es betrifft, lesen dies hier eh nicht noch ändern sie etwas. Mir tun die Hunde ebenso leid, wie die arme Ente, die vermutlich wieder mal im Tierheim landen. Wie die Vorgänger vielleicht auch. Und wir wissen ja, wie schwer es Schäferhunde und Schäferhundmischlinge haben, dann vermittelt zu werden, obwohl sie überhaupt nichts dafür können und dann hinter Gittern ihr Leben fristen müssen wegen solch unverantwortlicher Menschen. Dass diese noch nicht einmal nach der Ente geschaut haben bzw. noch die Vermieterin mit einer Seelenruhe angelogen haben, zeigt deren Charakter. Jeder ist sich selbst der nächste und es ist ja so einfach, die Hunde sich selbst zu überlassen, warum im gemieteten Haus einen Zaun zu bauen bzw. man ist ja eh am ausziehen. Ganz zu schweigen, dass die Pferde hätten durch den Zaun gehen können etc.
    Genauso ist es doch z.B. mit der gerade überstandenen Silvesterknallerei. Bei uns im Reitstall ist auch etwas passiert. Ein Pferd hat sich erschrocken und hat sich festgelegt. Es ist in die Box gerast, ist ausgerutscht, lag mit den Beinen zuerst in der Ecke und kam von selbst nicht wieder hoch. Ganz abgesehen von der Angst, dass es die Beine gebrochen hat, kam dann der Schock und der schwere Versuch mit vielen Mann und Tauen, das Pferd herauszuziehen und wieder auf die Beine zu bekommen. Und die Leute, die nebenan mit einer Schreckschusspistole so schön geschossen haben, haben selbst Pferde. Also jeder denkt an sich und nicht über die Nasensitze hinaus und Verantwortung für andere Lebewesen fällt eh vielen schwer. Ach ja, wie schön, dass es auch anders geht, wie man hier ja sieht.
    Liebe Grüße
    Christiane

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Christiane,
      Du hast vollkommen recht, die Hunde müssen einen auch leid tun! Sie landen, wenn sie völlig verkorkst sind, im Tierheim. Schlimmstenfalls sind sie vorher noch durch viele unwissende Hände gegangen. Wer will dann so einen Hund wieder zeigen, dass er sich unterzuordnen hat, wenn ihm nie Grenzen gesetzt wurden? Wenn er Enten reißen durfte und Menschen anpöbeln? Das ist eine verdammt schwierige und gefährliche Aufgabe, der nur wenige Hundetrainer gewachsen sind.

      Das mit dem Pferd ist auch schrecklich! Pferdebesitzer schießen mit der Schreckschusspistole… Ich kann es einfach nicht fassen! Der eigene „Spaß“ (wenn man es so nennen will?) steht über der Sicherheit anderer Lebewesen.

      Solche Menschen sind nicht richtig erzogen worden. Ihnen fehlt das MItgefühl und der liebevolle Umgang mit ihren MItgeschöpfen. Und mit MItgeschöpfen meine ich Mensch und Tier!

      LG Susanne

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  3. Isabella schreibt:

    Ach Susanne,
    Chritiane spricht mir aus der Seele! Ich glaube, die Mehrheit der Menschen ist egoistisch 😦 Es geschieht so viel Leid mit den armen Tieren, die sich nicht wehren können. Da die Leute eh ausziehen, hat es nicht einmal Sinn, nochmals mit der Vermieterin zu sprechen. Hoffentlich muss die Ente nicht langsam und hilflos eingehen.
    Traurige Grüße Heidi & Co

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Es macht nicht mal Sinn mit diesen Leuten selbst zu sprechen. Mich haben sie komplett ignoriert und nicht einen Ton gesagt, als ich sie direkt ansprach. Zu der Vermieterin sagte die Mieter am Telefon, ich sei garnicht dort gewesen! Da fällt einem doch nix mehr zu ein…
      Hoffentlich musste die Ente nicht mehr leiden. Es ist echt traurig!

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  4. wolke205 schreibt:

    Da schwillt mir echt der Kamm, wenn ich sowas lesen muss 😦 Solche Leute müsste man in sämtlichen Tierheimen, bei Züchtern etc. melden, damit diese gar nicht erst wieder einen Hund in die Finger bekommen können!

    Natürlich kann es passieren, dass auch der wohlerzogenste Hund mit einmal das Jagen anfängt. Aber ich für meinen Teil behalte meinen Hund immer im Auge und würde sofort einschreiten, wenn es dazu käme. So viel Ignoranz wie von denen ist doch echt unglaublich…

    Ich hoffe auch, dass die Ente nicht mehr leiden muss 😦

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Genau! Jeder Hundehalter ist immer und überall für seinen Hund verantwortlich. Wenn ich einen Hund halte, übernehme ich sehr viel Verantwortung. Für das Tier aber auch meinen Mitmenschen und anderen Tieren gegenüber.
      Ich habe mich immer bemüht gut erzogene Hunde zu haben und niemanden mit meinen Hunden zu belästigen. Aber es gibt leider immer wieder Menschen die sich überhaupt keine Gedanken machen. Es wird einfach ein Hund angeschafft, obwohl die Lebensumstände gar keine Zeit lassen, sich wirklich um das Tier zu kümmern. Am Ende ist es traurig für alle Beteiligten.

      LG Susanne

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  5. meintagesablauf schreibt:

    Wo gibts denn so was! Das ist ja so einen Frechheit. Ich bin echt entsetzt.
    LG Gabi

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