Dämpfigkeit

Dämpfigkeit ist ein Sammelberiff für alle schweren chronischen Atemwegserkrankungen beim Pferd. Die Ursache der Krankheit können verschieden sein. Oft ist eine nicht richtig ausgeheilte Bronchitis oder eine Stauballergie der Auslöser. Schlechtes Heu mit Schimmelpilzsporen, Staub in der Einstreu, oder schlecht gemistete Ställe greifen mit ihrer Ammonikbelastung die empfindliche Lunge des Pferdes an. Feiner Staub und Schimmelpilzsporen setzen sich tief in der Lunge ab und schädigen die Lungenbläschen.

Ist ein Pferd dämpfig, kann es die Luft nicht mehr ausatmen. Dicker, zäher Schleim verstopft die Bronchien, das Pferd hustet, hat Atmengeräusche und die Nüstern sind weit geöffnet. Um die Luft aus den Lungen zu bekommen, setzt es die Bauchmuskeln ein. Das ist sehr anstrengend für das Tier. Man sieht es ihm förmlich an, wie anstrengend es ist. Alleine kann es den Schleim, der immer zäher wird, nicht mehr abhusten. Deswegen muss der Tierarzt helfen, die Symptome dieser Kranheit zu lindern, denn heilbar ist sie nicht.

Miranda ist leider Dämpfig. Bei ihr ist der Auslöser eine in jungen Jahren nicht vollständig ausgeheilte Bronchitis und eine Stauballergie. Da sie bei dem Züchter jeden Winter in einem geschlossenen Stall stand, sind ihre Atemwege vorgeschädigt. Im letzten Winter musste ich den Tierarzt kommen lassen, da Miranda hustete und starke Probleme beim Ausatmen hatte. Sie konnte nur mit Hilfe der Bauchmuskulatur die Luft aus den Lungen bekommen. An den Seiten war die typische Dampfrinne zu sehen, die entsteht, wenn das Pferd die Bauchmuskeln zur Ausatmung anspannt. Der Tierarzt spritzte zwei Mal Kortison und ließ ein Hustenpulver da. Ich behandelte sie zusätzlich mit Reiki, Schüßler-Salzen und Kräutern.

Dämpfigkeit tritt bei den meisten Pferden schubweise auf. Die Krankheit verschlimmert sich z.B. bei feuchtem Wetter oder wenn es sehr schwül ist. Auch im Winter wenn die Tiere im Stall stehen, kann die Staub- und Ammonikbelastung eine Verschlimmerung bringen.

Deswegen ist Vorbeugen und gute Haltungsbedingungen für ein dämpfiges Pferd schaffen, so wichtig. Das bedeutet: Viel frische Luft – am besten Offenstallhaltung. Nur nasses Heu füttern, kein Stroh als Einstreu. Den Stall jeden Tag gründlich misten. Dabei sollten die Pferde draußen sein und erst 2 Stunden später wieder in den Stall kommen, damit sich der Staub gesetzt hat. Kraftfutter mit Öl anrühren, damit auch hier kein Staub beim Fressen eingeatmet wird.

Es ist ganz schön aufwendig, ein dämpfiges Pferd richtig zu halten. Es verursacht einen erheblichen Mehraufwand an Arbeit und Kosten. Das Heu muss von sehr guter Qualität sein, die Einstreu muss staubfrei und damit teurer sein. Unangenehm ist das ständige Heu einweichen. Je kälter es draußen wird, um so unangenehmer wird es. Die Hände können einen verdammt weh tun, wenn man bei Kälte im Wasser rumpütschern muss! Da helfen auch keine Gummihandschuhe. Trocken bleibe ich bei der Aktion soweiso nie! Tragt mal nasses Heu…

Könnt ihr euch vorstellen, wie schwer nasses Heu ist? Aber es geht nicht anders. Miranda darf nur Heu fressen, das 2 Stunden lang eingeweicht wurde. Natürlich bin ich im Herbst und Winter den ganzen Tag über mit Heu portionsweise einweichen und verfüttern beschäftigt.

Ich hoffe, dass ich Miranda symptomfrei über diesen Winter bekommen! Bis jetzt geht es ihr sehr gut!

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Über Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Daraus ist 2015 der gemeinnützige Tierschutzverein "Tierhilfe Miranda e.V." geworden. Miranda bekam Freunde dazu und nun kümmern wir uns ausschließlich um alte und unvermittelbare Tiere. Mit unserem Blog wollen wir auch auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Nur weil wir sie freikauften, einen Gnadenbrot-Platz für sie schafften, retteten wir ihr das Leben. Der Blog berichtet aktuell über Mirandas neues, artgerechtes Rentnerleben. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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7 Antworten zu Dämpfigkeit

  1. Heidi & Co schreibt:

    Hallo Susanne,
    das wusste ich alles gar nicht. Ich dachte, dass man „Dämpfigkeit“ beim Pferd heilen kann. Menno, zur normalen Arbeit kommt für dich dann SOWAS noch dazu. Ich bewundere dich! Danke, dass du hier so ausführlich berichtest. Ich halte natürlich die Daumen, dass Miranda gut und sympthomlos über den Winter kommt.
    Liebe Grüße Heidi

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  2. Isabella schreibt:

    Hallo Susanne,
    das wusste ich alles gar nicht. Ich dachte, dass man „Dämpfigkeit“ beim Pferd heilen kann. Menno, zur normalen Arbeit kommt für dich dann SOWAS noch dazu. Ich bewundere dich! Danke, dass du hier so ausführlich berichtest. Ich halte natürlich die Daumen, dass Miranda gut und symptomfrei über den Winter kommt.
    Liebe Grüße Heidi

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Heidi,
      woher sollst Du das wissen? Vor einem Jahr wusste ich das auch alles noch nicht. Erst als Miranda anfing zu husten, musste ich mich mit diesem Thema beschäftigen. Der Tierarzt erklärte mir viel und ich nahm mir seine Anweisungen bezüglich der Haltung und Versorgung der Pferde zu Herzen.

      Danke fürs Daumen drücken! 😀

      LG Susanne

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  3. Fellmonsterchen schreibt:

    Was es alles für fiese Krankheiten gibt. Aber dass es Miranda zurzeit so gut geht, freut mich. Gib ihr ein paar Streicheleinheiten unbekannterweise.

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  4. wolke205 schreibt:

    Dämpfigkeit ist wirklich keine schöne Sache, können wir ja auch ein Lied von singen 😦 Das mit dem Heu einweichen hat bei Kiewalds gar keinen Sinn. Hätten wir einen Stall mit nur zwei oder drei Pferden, kein Problem. Dann kann man dies für alle machen. Aber bei all dem Heu was da durch die Gegend fliegt bzw. seine Nachbarn ja bekommen und auch in seiner Nähe lagert, bekommt er ja doch alles ab. Aber er frisst nur zu „normalen“ Zeiten Heu, also wenn ein schlimmer Schub kommt, gibt s wieder Silage. Nur nicht dauerhaft, weil er dann Durchfall bekommt. Mit der Einstreu war s das Gleiche. Sägespäne sind ne tolle Sache, aber dann müssten alle Boxen im Stall wo er steht ebenso auf Sägespäne umgestellt werden – macht aber keiner mit.

    Durch die Paddockbox und Bewegung an frischer Luft + Behandlung von der Tierärzting geht s ihm aber soweit gut und ich hoffe, dass Miranda auch gut über den Winter kommt und so weit es geht gesund bleibt. Die Menschen müssen endlich aufwachen und ihre Pferde besser halten. Ich könnt jedes Mal brechen, wenn ich morgens in einen Stall komme, wo gefüttert, gemistet und neu eingestreut wird bei geschlossenen Türen. Warum? Ja zieht ja, wenn man die Tür aufmacht. Derweil kann man schon fast die Hand vor Augen nicht mehr sehen, fängt selbst an zu Husten und die Suppe läuft die Boxenwände runter, weil sich ja überall die Feuchtigkeit sammelt!! 😦

    Knuddel & Knutsch für all die Mühe die Du Dir machst um den Tieren das bestmögliche Leben zu bieten!!

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Da hast Du vollkommen recht, liebe Wolke. Wenn nicht alle Pferde im Stall eine staubfreie Einstreu bekommen, bringt das nix. Größere Ställe mit Boxenhaltung sind deshalb schwierig für dämpfige Pferde. Am besten ist Offenstallhaltung, oder eben so eine kleine private Halung wie bei mir. Da kann ich individuell auf die Bedürfnisse eines jeden Pferdes eingehen.

      Vielen Dank für Dein Kompliment und Deine Anerkennung meiner Bemühungen um die Pferde! ♥

      Knuddel zurück!
      Susanne

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