Offenstall

Durch ein paar bauliche Veränderungen, haben die Pferde jetzt eine Art Laufstall. Im letzten Winter gab es noch 3 Boxen in unserem Stall. Da ich sowieso kein drittes Großtier dazunehme, war diese Box überflüssig. Sie nahm nur unnütz Raum ein. Nachdem die Abtrennungen zur dritten Box entfernt wurde, kann der Stall als Offenstall und als Boxenstall genutzt werden. Die Pferde können selbst entscheiden ob und wann sie in den Stall gehen. Bei sehr schlechtem Wetter hat trotzdem jedes Pferde eine eigene Box.

Miranda kannte diese Form der Haltung nicht. In den letzten 20 Jahren wurde sie von Oktober bis Mai in eine Box gesperrt. Deswegen hatte sie immer Angst vor dem Stall. Sie fürchtete dort erst wieder im Frühling rauszukommen. Deshalb nahm sie den neuen Offentall zuerst nur zögernd an. Doch nach ein paar Wochen hat sie es kapiert. Jetzt geht sie entspannt in den Stall, knabbert Heu aus den Heunetzen und bleibt sogar manchmal zum Ruhen dort.

Ich bin so stolz auf meine alte Dame! Es zeigt mal wieder, dass ein Pferd auch im hohen Alter noch dazu lernen kann. Mit Miranda wurde 20 Jahre lang nicht gearbeitet und sie stand auf einer völlig reizlosen Weide. Erst hier bei mir muss sie mit neuen Situationen umgehen. Wenn ich sie nicht gerettet hätte, hätte sie nie die Chance dazu bekommen. Denn sie sollte ja vor gut 1 1/2 Jahren geschlachtet werden. Erst bei mir, wird sie geistig gefordert. Ich bin mir sicher, Miranda wäre ein sehr gutes Reitpferd geworden. Mit dem richtigen Menschen, geht sie durch Dick und Dünn! Sie verlässt sich sehr stark auf den Menschen, den sie für vertrauenswürdig hält. Und dieser Mensch kann sich wiederum 100%ig auf Miranda verlassen. Leider hatte es das Schicksal anders für sie bestimmt und so musste sie die meiste Zeit ihres Lebens als Gebärmaschine dienen.

Ein paar Fotos vom Offenstallbereich. Leider gegen das Licht fotografiert, sind es nicht so tolle Aufnahmen geworden…

Hier können die Pferde einmal rundherum laufen. So kommt es zu keinem Stau, wenn ein Tier, dem Ranghöheren ausweichen muss.

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Über Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Daraus ist 2015 der gemeinnützige Tierschutzverein "Tierhilfe Miranda e.V." geworden. Miranda bekam Freunde dazu und nun kümmern wir uns ausschließlich um alte und unvermittelbare Tiere. Mit unserem Blog wollen wir auch auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Nur weil wir sie freikauften, einen Gnadenbrot-Platz für sie schafften, retteten wir ihr das Leben. Der Blog berichtet aktuell über Mirandas neues, artgerechtes Rentnerleben. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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9 Antworten zu Offenstall

  1. kowkla123 schreibt:

    finde ich gut, diese Lösung, ich hoffe, du kannst meine Kommentare noch entgegen nehmen, KLaus

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  2. Isabella schreibt:

    Hallo Susanne,
    das ist eine sehr gute Lösung. Schade, dass Miranda erst so spät die Liebe eines Menschen kennenlernt. Das Foto, wo beide Pferde am Heusack zupfen finde ich super. Wenn ich bedenke, was das ALLES kostet, ich werde sicher im nächsten Jahr noch einmal etwas „abzweigen“
    Liebes Wuffi Isi

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  3. einfachtilda schreibt:

    Doch, die Aufnahmen finde ich gut und auch, dass es Miranda bei dir so geht, dass sie auch noch dazugelernt hat.
    Schade, dass sie nie ein Reitpferd wurde und nur als Gebärmaschie herhalten mußte, das macht auch schon ganz traurig.

    LG Mathilda ♥

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Mathilda,
      das macht mich auch ganz traurig. Erst recht wo ich Miranda in unserem ersten gemeinsamen Jahr richtig kennen lernen durfte. Ich weiß dass sie viele Aufgaben mit Freude gemeistert hätte! Sie wäre mit ihrem Reiter ein richtig gutes Team geworden. Es ist so schade, was wir Menschen alles mit Tieren machen…

      LG Susanne ♥

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  4. wolke205 schreibt:

    Der Offenstall ist eine richtig gute Lösung, gerade weil sich die Zwei auch mal aus dem Weg gehen können ohne sich aneinander vorbei quetschen zu müssen. Das war in den Offenställen bei Kiewald oft nicht möglich und darum bin ich froh, dass Shaman seit ein paar Jahren seine eigene Paddockbox hat. Er ist sehr dominant beim Fressen und ließ oft kein anderes Pferdchen ran. Und in einem Winter hat der Dülmener so aufgedreht, dass er sich wiederum nicht mehr zum Fressen getraut hat und ich Stunden mit ihm in der Stallgasse beim Ballen stand, damit er nicht zu dünn wird.

    Es ist schade, dass Miranda nur Gebärmaschine war. Wie Du schon sagst, mit dem richtigen Menschen an ihrer Seite hätte sie wachsen und sich beweisen können. Bei Dir hat sie schon viele tolle Erfahrungen machen dürfen und das hält sie hoffentlich weiter fit 🙂

    Knuddel

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Genau deswegen habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich den Stall am besten umgestalte, damit genug Raum zum Ausweichen da ist. Das mit dem „ein-mal-rum-laufen-können“ ist die beste Lösung. So gibt es vor allem im Eingangsbereich keinen Stau! Das wollte ich unbedingt vermeiden.

      Knuddel zurück ♥

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  5. droegeh schreibt:

    Liebe Susa!
    Ganz komfortabel haben es deine beiden Pferde in dem Stall, sie werden es sicher spüren, wie gut sie es bei dir haben und sich selbst pferdewohl fühlen.
    Liebe Wochenanfangsgrüße kommen vom HEIKO

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