Von ringelnden Nattern und helfenden Händen

Heute war der freiwillige Helfer Gerd bei uns. Er half mir den Wassertrog für die Pferde zu verschönern. Das Teil besteht aus orangefarbenem Kunststoff und ist größer als eine Badewanne. Es steht auf dem hinteren Teil der Weide und dort stand es schon, als ich herzog. Leider hatte der sonst so wunderbar stabile Behälter, im oberen Rand zwei unschöne Risse, die mir zu scharfkantig und damit gefährlich für die Pferde waren. Das konnte so nicht bleiben und sollte heute mit Gerds Hilfe geändert werden.

Als wir auf die Weide gingen, wurden wir erst einmal von den Pferden begrüßt. Sie lieben es einfach Besuch zu bekommen. Natürlich gabs erst Streicheleinheiten und Leckerlis für die beiden. So viel Zeit muss sein!
Als wir mit dem Tank rumhantierten, das Wasser auskippten, ihn drehten, machte das komische Geräusche. Miranda warf sofort den Kopf hoch, starrte uns und den sich auf einmal bewegenden Trog an und stand in Alarmbereitschaft da! Ich redete gleich beruhigend mit ihr, sagte, dass alles in Ordnung sei und sie sich nicht aufzuregen brauchte. Erzählte ihr, dass wir den Tank doch nur schöner für sie machen wollten. Meine Stimme zeigte wieder Wirkung: Sie entspannte und schaute uns zu, wie wir den Tank von der Weide schleppten. Plötzlich rief Gerd: „Ähhh, was hast du den hier für Bewohner auf der Weide?“ und blieb abrupt stehen! Ich schaute über den Tank, da lag eine tote Ringernatter vor uns. Es war ein ziemlich großes Exemplar und man konnte nicht gleich erkennen, dass sie tot war. Lebende Schlangen sehen auch nicht viel anders aus, nur würden die nicht liegen bleiben. Sie haben große Angst vor Menschen und huschen bei einer Begegnung blitzschnell davon. Aber diese huschte nicht, denn sie war mausetot. Als ich sie genauer betrachtete, fielen mir mehrere Bissspuren in ihrem Körper auf. Sie musste wohl einen Kampf gehabt und ihn mit dem Leben bezahlt haben.

Gerd waren Schlangen unheimlich, ich hatte mich mittlerweile an sie gewöhnt. Hier gibt es sehr viele Schlangen. Die ersten Begegnungen mit ihnen, waren für mich auch voller Schrecksekunden. Heute macht es mir nichts mehr aus. Ich hatte schon zu viele Begegnungen auf meinen Hundespaziergängen, mit sich sonnenden Ringelnattern gehabt. Die Tiere sind biltzschnell und flüchten am liebsten in die Gräben, wenn sie von uns gestört werden. Meine erste Begegnung auf dem Hof, hatte ich im Hühnergehege. Dort lebte eine ziemlich dicke Ringelnatter. Auf der Weide sah ich auch öfters welche weghuschen. Als wir den Zaun bauten, fragte mich Heidi, ob ich wüsste, dass ich eine Schlange auf der Weide hätte. Ja, wusste ich. Nun war die Schlange tot, wenn es die selbe Natter war? Was für Fressfeinde die Ringelnattern wohl haben? Und weshalb wurde diese nur getötet?

Wenn man sich die Schlange, und besonders den Kopf, aus der Nähe anschaut, erkannt man erst, wie schön sie eigentlich ist. Komisch, dass wir Menschen immer erst einmal Angst vor ihnen haben.

Ob Pferde auch Angst vor Schlangen haben? Miranda stand ja nur 150 Meter entfernt, auf einer anderen Weide. Dort dürfte es auch Ringelnattern geben und sie müsste sie eigentlich kennen. Bei Bachus weiß ich nicht, ob es dort wo er herkommt, auch Schlangen gab. Aber Bachus hat ja sowieso die Ruhe weg, er wird sich sicher auch nicht über eine harmlose Ringelnatter aufregen. 😉

Zurück zur Arbeit. Gerd sägte den oberen Rand vom Wassertrog ab.

Mit Schleifpapier wurden die Kanten schön rund geschmirgelt.

Anschließend bekam das Teil eins mit dem Hochdruckreiniger.

Und schon war er fertig! Der neue, wunderschöne und saubere Wassertrog für die Pferde!

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Über Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Daraus ist 2015 der gemeinnützige Tierschutzverein "Tierhilfe Miranda e.V." geworden. Miranda bekam Freunde dazu und nun kümmern wir uns ausschließlich um alte und unvermittelbare Tiere. Mit unserem Blog wollen wir auch auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Nur weil wir sie freikauften, einen Gnadenbrot-Platz für sie schafften, retteten wir ihr das Leben. Der Blog berichtet aktuell über Mirandas neues, artgerechtes Rentnerleben. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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7 Antworten zu Von ringelnden Nattern und helfenden Händen

  1. Verena schreibt:

    Liebe Susanne,

    ein toller Beitrag, sehr schön zu lesen und ich konnte mich richtig hineinversetzen.
    Der Trog ist toll geworden. Hat er auch einen Ablauf?
    Wir hattend amals die Weide direkt neben einem Bach und haben eine Tränke zum Selberbedienen für die Pferde….die konnten also mit ihrer Nase das Wasser immer frisch hochpumpen…
    Ging nur im Winter nicht, weils eingefroren war „gg“
    Wegen der Schlange…..ich bin einerseits total fasziniert, andererseits bemerke ich schon auch einen Fluchtreflex…
    Aber wie schreibt Beuys?

    Lerne Schlangen zu beobachten.

    Also gut….sie ist zwar leider tot, aber ich habe sie genau betrachtet.

    Wirklich eine Schönheit…

    Liebe Grüße
    von Verena

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Verena,

      das mit Beuys und den Schlangen hatte ich auf Deiner Seite gelesen. Dann finde ich die tote Schlange… Seltsamer Zufall, dachte ich noch…
      So hattest Du die Gelegenheit eine Schlange genau zu betrachten. Passt genau zu Deiner Reise und den momentan gestellten Aufgaben! 😉

      LG Susanne

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  2. Verena schreibt:

    genau…passt prima…lach

    Danke, dass du in deiner Form mithilfst….

    Vreni

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  3. droegeh schreibt:

    Schade um jede Ringelnatter und andere Schlangen. Jede Angst ist unbegründet, denn Schlangen suchen ihr Heil in der Flucht. Außer, man überrascht eine unfreiwillig, dann wehrt sie sich.
    Feinde hat sie einige in Form von Greifvögel, Reiher, Katzen, Füchse, Marder. Davon gibt es ja bei dir genug.

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Greifvögel… da hab ich gar nicht dran gedacht. Vielleicht wars der Habicht? Aber warum hat er sie dann nicht gefressen? Die Bisse auf dem Schlangenkörper sehen auch mehr aus, als ob sie von einer anderen Schlange gebissen wurde. Zwei tiefe Zahnabdrücke, im Schlangenkopfabstand… Na ja, da werden wir wohl nie hinter kommen. Schade ists auf alle Fälle um das schöne Tier!

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  4. Isabella schreibt:

    Hallo Susanne,
    schade um das schöne Tier. Siehste, Schlangen machen mir nix aus 🙂
    Da sie tot war, konntest du richtig schöne Fotos machen, was mir gestern bei der huschenden Schlange nicht so gelungen ist 😦
    Fein, dass der Trog wieder glatt und sauber wurde.
    Liebe Grüße Heidi mit Wuffis von Isi

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    • Hilfe für Miranda schreibt:

      Liebe Heidi,
      diese Schlange hat schön still gehalten. Ihr blieb ja auch nix anderes übrig! 😉
      Deine Bilder von einer lebenden Ringelnatter haben mich sehr erstaunt. Denn ich weiß wie schnell die weg huschen. Dafür, dass die Schlange nicht still hällt, sind Deine Fotos super gut geworden. Du konntest sogar den Kopf und danach noch den Körper fotografieren. Da kann ich nur Hut ab sagen!
      Meine Schlange auf der Weide, hatte wohl eine gefährliche Begegnung, die ihr das Leben gekostet hat. Ich kann mir nur noch immer nicht erklären, weshalb sie nur getötet und nicht gefressen wurde…
      LG Susanne

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